Philip Leenen

Alumnus
Philip Leenen

Job 
Senior Zentraleinkäufer,
vormals Key – Account Manager

Firma
Kaufland International,
vormals Landgard Blumen & Pflanzen GmbH

Abschlussjahr
2015

Fakultät
Life Sciences

Studiengang
Agribusiness (B.A.)

 

Sie haben 2015 Ihren Abschluss in Agribusiness gemacht. Können Sie uns mehr über Ihren beruflichen Werdegang seitdem berichten?

Bereits vor meinem Studium habe ich einige praktische Erfahrungen in versch. Gartenbaubetrieben sammeln können. Dabei hat mich stets der Handel fasziniert, sodass ich bereits bei der Aufnahme meines Studiums wusste, dass es später in den Handel mit Pflanzen gehen sollte. Der Niederrhein ist neben der Region Aalsmeer (Nähe Amsterdam in den Niederlanden) der größte Schnittpunkt des Pflanzenhandels in Europa und da ich selbst am Niederrhein groß geworden bin und meine Lebensmittelpunkt auch in Zukunft hier plane, entschloss ich mich im Praxissemester des Studiums in die Niederlande zu gehen. In Aalsmeer arbeitete ich im Frühjahr 2015 ein halbes Jahr lang bei einem Pflanzenhändler, der hauptsächlich Großkunden (z.B. Gartencenter, Baumärkte, Supermärkte) in Deutschland mit Pflanzen belieferte. Diese Zeit war sehr eindrucksvoll und verstärkte meinen Wunsch weiter nach dem Studium in dieser Branche Fuß fassen zu wollen. Gleichzeitig konnte ich so meine Kenntnisse der niederländischen Sprache aus Schulzeiten weiter vertiefen, was bis heute sehr hilfreich ist. Während meiner Zeit in den Niederlanden bekam ich glücklicherweise bereits Jobangebote sowohl aus den Niederlanden als auch aus Deutschland. Ich entschloss mich dazu nach dem Studium zur größten Erzeugergenossenschaft für Blumen und Pflanzen, der Firma Landgard, nach Straelen zu wechseln. Dort arbeitete ich vom 01.01.2016 – 01.07.2017. Meine Aufgabe in der Funktion des Key Account Managers war es den Einkauf und den Vertrieb für Großkunden (Supermärkte und Discounter aus ganz Europa) zu organisieren. 2017 kam dann einer dieser Großkunden auf mich zu und fragte mich, ob ich fortan für ihn einkaufen wolle. Kurzum: Ich wurde also vom Verkäufer zum Einkäufer.

Aktuell sind Sie bei der Firma Kaufland International angestellt. Was sind Ihre Hauptaufgaben?

Seit meinem Eintritt bei Kaufland im Juli 2017 verantworte ich den Einkauf von Topfpflanzen für unserer ca. 1300 Märkte europaweit. Dabei stehen Preisverhandlungen, Sortimentsplanungen, Werbeplanungen, Warenkontrollen und Abverkaufsanalysen ganz weit oben auf der wöchentlichen Agenda. Hinzu kommen Besuche von Messen und Fachausstellungen zur Sichtung neuer Artikel sowie interne Projekte und Absprachen mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Ländern.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

Besonders gefallen mir das kollegiale Miteinander sowie das hohe Maß an Verantwortung, das ich in meiner täglichen Arbeit erfahren darf. Pflanzen sind für mich aus persönlichem Interesse, regionaler Verbundenheit und familiärem Background eine absolute Herzensangelegenheit. Dass sich dies in meiner Arbeit vereinbart mit den enormen Möglichkeiten des stationären Handels, ist für mich einfach ideal. Jederzeit habe ich die Chance meine eigenen Ideen einzubringen und umzusetzen. 

Welche Kompetenzen haben Sie durch Ihr Studium erworben, die Sie heute gut in Ihrem Job einsetzen können?

Da gibt es sicherlich einige Sachen, die prägend waren. Hervorheben kann ich für mich hier den Ausbau der Englischkenntnisse (besonders der Fachterminologie) oder die Verbesserung in sogenannten Soft Skills wie Verhandlungssicherheit, Führung und Präsentation. Der Studiengang zeichnete sich bereits damals durch eine internationale Studierendenschaft mit vielen verschiedenen Hintergründen aus. Dies war sicher in der Verständigung nicht immer einfach, hat aber im Nachhinein sehr dabei unterstützt, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Fachlich helfen noch heute die landwirtschaftlichen Vorlesungen, die Kurse zum Arbeitsrecht sowie die Wirtschaftsfächer.

Sie sind ebenfalls Lehrbeauftragter an der Hochschule Rhein-Waal für den Studiengang Agribusiness und unterrichten das Fach „Current issues in Agribusiness“. Was sind in diesem Fachbereich die größten Entwicklungen der letzten Jahre?

Das ist korrekt. Nach Abschluss meines Studiums habe ich die Chance erhalten als Lehrbeauftragter weiterhin mit der Hochschule verbunden zu sein. Gerade das Seminar „Current Issues“ eröffnet in jedem Semester die Möglichkeit die Themen am aktuellen Geschehen in der Landwirtschaft und angelagerten Sektoren auszurichten. Dabei gibt es sowohl langfristig übergeordnete Themen wie den Klimawandel oder den Einfluss der Politik auf europäischer Ebene als auch tagesaktuelle Sachverhalte wie die Übernahme von Monsonato durch Bayer. Zudem haben die Studierenden, die im letzten Semester aus ca. 15 unterschiedlichen Nationen und vier verschiedenen Kontinenten kamen, stets die Möglichkeit eigene Erfahrungen bzw. Themen einzubringen. Dies eröffnet den Teilnehmern einen internationalen Blickwinkel. Ergänzt wird die Vorlesung durch eine Vielzahl von Exkursionen zu lokalen Unternehmen. Hiermit soll den Studierenden die Vielfalt der Branche am Niederrhein nahegebracht werden. Im Austausch mit den Unternehmen können die Studierenden konkrete Fragen stellen und gleichzeitig wichtige Kontakte für ein eigenes, berufliches Netzwerk knüpfen. In der Vergangenheit sind so bereits einige Abschlussarbeiten und Praktika zustande gekommen. Es bleibt in jedem Fall jedes Jahr spannend.

Würden Sie sich nochmal für den Studiengang Agribusiness entscheiden? Bitte begründen Sie Ihr Urteil.

Ganz klar: Ja!

Der Studiengang zeichnete sich bereits damals durch eine internationale Studierendenschaft mit vielen verschiedenen Hintergründen aus. Dies war sicher in der Verständigung nicht immer einfach, hat aber im Nachhinein sehr dabei unterstützt, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Es gibt gerade in Deutschland und den angrenzenden Niederlanden sicherlich eine Vielzahl von Studiengängen zur Agrarwissenschaft oder zur Wirtschaft allgemein. Aber ein Studiengang, der landwirtschaftliche Produktion, Wirtschaft und eine internationale Ausrichtung derart modern und aufgeschlossen vereint, ist selten zu finden. Jeder Studierende, der aus großer Ferne zu uns nach Kleve kommt, ist ein Beweis dafür.

Mit welchen drei Worten würden Sie die Hochschule Rhein-Waal beschreiben?

Modern, International, Sympathisch