INTEREST - integrierte Berichterstattung für klein- und mittelständischen Unternehmen

Erasmus+ Key Action 2 Strategische Partnerschaften

Ziele des Projektes

Das Ziel dieses Projektes ist es, einen Rahmen, Leitfaden und praktische Trainings für Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) zu entwickeln, die ihnen aufzeigen, wie sie Integrated Reporting (integrierte Berichterstattung) einführen und umsetzen können.

Um langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben, ist es erforderlich, dass KMU mit großen, internationalen Unternehmen zusammenarbeiten und aktiv in internationalen Märkten tätig sind. Es ist auch essentiell, dass sie zukünftige Mittelzuflüsse von Geldgebern sicherstellen können und effektiv mit anderen Beteiligten (stakeholder) kommunizieren, mit denen sie interagieren. Um diese Herausforderungen gut zu meistern, ist es unabdingbar, dass KMU ein Verständnis von ihrem Geschäft sowie Vertrauen aufbauen. Deshalb ist es notwendig, dass sie eine klare, prägnante Darstellung ihrer Wertschöpfungsprozesse kommunizieren, die als Basis ihrer Geschäftsaktivitäten dienen. Hier kommt ein ganzheitlicher Berichterstattungsansatz ins Spiel, „Integrated Reporting“ (integrierte Berichterstattung) genannt. Um ihre Wertschöpfungsprozesse abzubilden und das Vertrauen von Investoren und Stakeholdern sicherzustellen, müssen KMU in ihrer externen Kommunikation über eine rein finanzielle Berichterstattung hinausgehen.   

Nach Definition des International Integrated Reporting Councils (IIRC) ist Integrated Reporting die präzise Kommunikation durch Unternehmen, wie ihre Strategie, Governance, Leistung und Zukunftsaussichten, im Rahmen ihrer externen Geschäftstätigkeit, zu kurz-, mittel- und langfristiger Wertschöpfung führen. Im Zentrum des Integrated-Reporting-Ansatzes steht die Idee, dass Unternehmen ihre Berichterstattung dahingehend erweitern sollen, alle Ressourcen zu erfassen, die sie als Inputs in ihren Geschäftsmodellen einsetzen und die sie durch ihre Aktivitäten und Erstellung von  Produkten und Dienstleistungen verändern. Diese finanziellen und nicht finanziellen Ressourcen werden im Integrated-Reporting-Ansatz als Kapitalarten („Capitals“) bezeichnet. Diese werden nach Finanzkapital, Produktionskapital, geistiges Kapital, Humankapital, Soziales bzw. Netzwerkkapital (z.B. gute Beziehungen zu Lieferanten und Kunden), und natürliches Kapital unterschieden.

Integrated Reporting ist ein Reporting-Tool, das Unternehmen verwenden können, um ihre Wertschöpfungsprozesse an Investoren und andere Stakeholder zu kommunizieren. Aber um einen ganzheitlichen Wertschöpfungsprozess entwickeln zu können, ist Integrated Reporting durch den Managementansatz „Integrated Thinking“ (integriertes Denken) zu untermauern. Integriertes Denken erfordert, dass Unternehmen aktiv die Beziehungen zwischen ihren verschiedenen Abteilungen und Geschäftseinheiten, sowie die verschiedenen Ressourcen prüfen, die sie einsetzen und verändern. So umfasst integriertes Denken zwei Dimensionen: eine aktive Berücksichtigung der Beziehungen und Kommunikation zwischen Funktionseinheiten im Unternehmens (nach innen) sowie die Entwicklung einer ganzheitlichen Herangehensweise in ihren Interaktionen mit externen Stakeholdern (nach außen).

Integrated Reporting gewinnt stetig an Bedeutung bei großen Unternehmen. Die integrierte Berichterstattung geht über die getrennte Berichterstattung von Finanzzahlen in Geschäftsberichten und nicht-finanziellen Angaben in Nachhaltigkeitsberichten hinaus. Die Tendenz, dass weitere Großunternehmen zu einer integrierten Berichterstattung übergehen werden, ist durch die Umsetzung der europäischen Corporate Social Responsibility-Richtlinie (2014/95/EU) gestiegen. Diese Richtlinie bezieht sich explizit nicht auf KMU, aber es laufen Diskussionen auf europäische Ebene über eine erweiterte nicht-finanzielle Berichterstattung von KMU.

Die integrierte Berichterstattung wurde primär für Großunternehmen konzipiert. Dieses Projekt zielt darauf ab, dieses Konzept für KMU zu adaptieren. Das Projekt hat insbesondere folgende Hauptziele:

  • Die Entwicklung eines Rahmenwerks der integrierten Berichterstattung, das für KMU maßgeschneidert ist und für sie leicht zugänglich ist. Dies beinhaltet auch eine für KMU spezifizierte Definition und Adaptierung der Kapitalarten. 
  • Die Erstellung eines Leitfadens, welcher die Kapitalarten konkret definiert und quantitative und qualitative „key performance indicators“ (Leistungskennzahlen) für den gesamten Wertschöpfungsprozess identifiziert. Der Zielsetzung dieses Leitfadens ist es, KMU praktische Umsetzungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, wie sie ihre integrierte Berichterstattung nach dem Rahmenwerk konzipieren und umsetzen können.
  • Die Entwicklung von Trainings auf der Basis des Leitfadens für zwei Kernzielgruppen des Projektes: a) Führungskräfte von KMUs und b) Studierende (zukünftige KMU-Führungskräfte, Wirtschaftsprüfer, Mentoren usw.). Die Trainingspläne umfassen eine Mischung aus interaktiven Workshops, Online-Trainings und arbeitsbezogenen Einheiten, um die Trainings attraktiv und für beide Zielgruppen spezifiziert zu gestalten.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch auf der Projektwebsite: https://www.interest-project.eu/index.php/

 

Institutioneller Rahmen und Geldgeber des Projektes:

Europäische Kommission:
Erasmus+ Key Action 2 Strategische Partnerschaften

Projekt Referenznummer:
2019-1-HU01-KA202-060911

Projekt Dauer:
01.10.2019 – 31.03.2022

Förderung:
Gesamtfördersumme €328.999, Fördersumme HSRW: €51.429

 

Projektkonsortium:

Hochschulpartner:

Budapest Business School, Budapest, Ungarn (Koordinator)

Leeds Beckett University, Leeds, Vereinigtes Königreich

Hochschule Rhein-Waal, Kleve, Deutschland

University of Udine, Udine, Italien

Wroclaw University of Economics, Breslau, Polen

Babes-Bolyai University, Cluj-Napoca, Rumänien

 

Nicht-Hochschulpartner:

MAC-team aisbl, Brüssel, Belgien

EFAA – European Federation of Accountants and Auditors for SMEs, Brüssel, Belgien

Business Hungary, Budapest, Ungarn

 

HSRW team:

Professor Dr. Philipp Schorn (Projektleiter)
Professor Dr. Ralf Bauer
Professor Dr. Ralf Klapdor
Dr. Anne Tempel