Seit 2024 ist Pedro Ribeiro mit der Lese-App STREEN an Grundschulen unterwegs. Was sagen Kinder selbst zur Arbeit mit STREEN?
Seit 2024 ist das Team um Pedro Ribeiro, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt „Digital Showroom: Assistenz und Teilhabe“, mit der Lese-App STREEN an Grundschulen am Niederrhein unterwegs. Ausgangspunkt und Motivation für das Team sind die unzureichenden Lesekompetenzen von Grundschulkindern. Die eigens entwickelte App soll das ändern und Kinder aus dem dritten und vierten Schuljahr direkt in den Weiterentwicklungsprozess der App mit einbeziehen. Dafür wurde die App im Rahmen von LeseLab-AGs bisher an drei Schulen für meist ein Schulhalbjahr eingesetzt.
In der App STREEN können ausgewählte Geschichten gelesen und gestaltet werden. Das bedeutet: Die Kinder lesen in Kleingruppen eine Geschichte und generieren passende Bilder. Wird beispielsweise eine Geschichte mit den Charakteren Fuchs und Rabe gelesen, können entsprechende Grafiken von Fuchs und Rabe, Hintergründe und Effekte aus der App-Galerie ausgewählt werden. Für jeden Abschnitt der Geschichte wird ein neues Bild erstellt. Anschließend wird die Geschichte im sogenannten Lesetheater laut vorgelesen und die erstellten Bilder im Klassenraum an Leinwand oder Smartboard gezeigt. Sollten die Kleingruppen verschiedene Bilder zu derselben Textpassage erstellen, lädt das zum Austausch über die gelesene Geschichte ein.
Was sagen Grundschulkinder selbst zur Arbeit mit STREEN? Wir haben in der LeseLab-AG an der Ernst-Reuter-Schule in Kamp-Lintfort nachgefragt.
„Ich lese etwas schneller und lerne, dass Lesen auch manchmal Spaß macht“,
fasst ein Kind zusammen, was sich seit der Lese-AG verändert hat. Ein anderes ergänzt: „Lesen ist für mich jetzt … cooler. Und einfacher.“ Insbesondere die Funktion des Gestaltens der Geschichten, die eigenständige Arbeit mit einem Tablet sowie das Vorlesen verschiedener Rollen im Lesetheater wird von den Kindern im Gespräch hervorgehoben. Der Wortschatz wird durch die Arbeit mit STREEN größer –
„Ich verstehe mehr Wörter, die ich nicht kannte“ –
und das Selbstbewusstsein gestärkt, da viele Kinder sich sicherer fühlen laut vorzulesen:
„Mein Vorlesen hat sich geändert, meine Lautstärke auch.“
Neben der aktiven Leseübung ist ein weiteres wichtiges Ziel die Weiterentwicklung der App mithilfe des Feedbacks der Kinder. Dieses wird aktiv im Rahmen der AG durch Beobachtungen, Feedback- und Brainstorming-Runden eingeholt.