Die Hochschule Rhein‑Waal (HSRW) fördert mit dem Projekt PRO4‑HSRW gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs und entwickelt den Karriereweg zur Fachhochschulprofessur weiter. PRO4‑HSRW bietet ein vierstufiges, innovatives Konzept, das Karriereentwicklungsszenarien sichtbar macht, auf aktuelle hochschulpolitische Entwicklungen (Promotionen an HAW, Internationalisierung, Stärkung von Transfer und Forschung) reagiert und einen ganzheitlichen Blick auf Gleichstellung und Diversität verfolgt. So werden unterschiedliche Personengruppen in verschiedenen Karrierestadien passgenau unterstützt, um den Anforderungen der Personalgewinnung und der wissenschaftlichen Exzellenz gerecht zu werden.
Das Programm wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) gefördert (Förderzeitraum: 01.07.2021–30.06.2027).
Ziele
Mit dem Projekt soll zum einen die HAW-Professur als attraktive Karriereoption sichtbarer werden und zum anderen diejenigen, die sich für eine Professur an einer HAW interessieren, auf dem Weg dorthin sind oder gerade ihre Professur begonnen haben unterstützt und gefördert werden. Das Gesamtvorhaben PRO4-HSRW führt somit zu einer besseren Förderung und zu einer nachhaltigen Stärkung und Entwicklung des professoralen Personals an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) und darüber hinaus.
Die Hochschule verfolgt mit dem Vorhaben folgende Hauptziele:
- Entwicklung einer kohärenten Karrierestrategie zur Personalgewinnung.
- Die Umsetzung von Maßnahmen, die die zentralen Herausforderungen der Personalgewinnung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften entsprechend der Qualifizierungsphase adressieren.
- Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Umsetzung eines experimentellen 12+1-Konzeptes sowie von Schwerpunktprofessuren.
- Entwicklung eines strukturierten Promotionsverfahrens im Sinne einer kohärenten Karriereleiter an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und als ein Bestandteil der Internationalisierungsstrategie der HSRW.
- Starke Fokussierung auf die Integration von Forschung, Lehre und Transfer in die strukturelle Personalentwicklung zur Gewinnung und Förderung des Personals an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.
Maßnahmen
Die enge Verzahnung von Hochschulstrategie und Personalentwicklungskonzept sorgt dafür, dass die Zukunftsfähigkeit der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) als Wissenschaftseinrichtung in einem vierstufigen, innovativen Modell gestärkt wird.
Die erste Stufe beinhaltet die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der neuen International Graduate Academy (InGA). Die projektbezogene Kooperation über die Tandem-Professur stellt die zweite Stufe dar. Als dritter Stufe ist die neue 12+1-Zukunftsprofessur vorgesehen; als vierte Stufe die Schaffung von Schwerpunktprofessuren.
In Ergänzung dazu werden durch die im Rahmen des Projektes implementierte akademische Personalentwicklung Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung der Wissenschaftler*innen in den verschiedenen Karrierestufen auf dem Weg hin zu einer HAW-Professur oder als HAW-Professorin durchgeführt. Auch wird die Sichtbarkeit der HAW-Professur als Karriereoption und die HSRW als Arbeitgeberin durch gezielte Marketing- und Rekrutierungsmaßnahmen gefördert.
Aspekte wie Digitalisierung der Lehre, Ausbau regionaler Kooperationen, Diversitäts- und Teilhabeförderung, Gleichberechtigung und Familienfreundlichkeit werden dabei besonders berücksichtigt. Die digitale Transformation der Lehre und die Vermittlung allgemeiner digitaler Kompetenzen sind Kernbestandteil bei der Umsetzung der Maßnahmen. Insgesamt ergibt sich dadurch für die HSRW ein nachhaltiger Kulturwandel innerhalb ihres wissenschaftlichen Personals.
Professor*innen der HSRW: vielfältige Karrierewege - vielfältige Tätigkeiten
Die Teilprojekte
Die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) möchte ihre Angehörigen während des kompletten „HSRW Life Cycles“, vom ersten Abschluss bis zur Berufung in die Professur, in ihrer Entwicklung begleiten und fördern, dabei aber genügend Flexibilität bieten, um multiple Karriereperspektiven zu eröffnen.
Insbesondere der Weg zur HAW-Professur stellt sich hierbei als voraussetzungsvoll dar. Zwischen dem Abschluss auf Masterniveau und der HAW-Professur gilt es, Erfahrungen in drei großen Bereichen zu erarbeiten: Forschung, Lehre sowie Praxiserfahrung in externen Organisationen. Zudem sind im Laufe dieses Karrierewegs zahlreiche weitere Kompetenzen abzudecken, um auf der wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Bühne erfolgreich tätig zu sein.
Ziel
Das TP1 setzt genau an diesem Punkt an. Zur Förderung und Gewinnung professoralen Personals an der HSRW und an HAW`s deutschlandweit sind erklärte Ziele:
- Interessierte Wissenschaftler*innen der HSRW auf ihrem Weg hin zu einer Professur durch Weiterbildungsangebote im Rahmen des Zertifikatslehrgangs „Auf dem Weg zur HAW-Professur“ zu unterstützen.
- Diejenigen, die als neuberufene Professor*innen an der HSRW berufen wurden, bei ihrem Einstieg in die professorale Tätigkeit an der HSRW durch ein strukturiertes Onboarding zu begleiten.
Maßnahmen
1. Zertifikatslehrgang „Auf dem Weg zur HAW-Professur“
Der Zertifikatslehrgang richtet sich an Wissenschaftler*innen der HSRW, die in ihrer akademischen Karriere hinreichend fortgeschritten sind, um die Möglichkeit einer HAW-Professur in Betracht zu ziehen. Der Lehrgang unterstützt die Teilnehmer*innen bei ihrer „Karriereplanung und persönlichen Entwicklung“ und liefert durch Weiterbildungsmodule zu den Bereichen „Forschung & Management“ und „Lehre & Kommunikation“ Kompetenzbausteine, die für eine langfristige Karriere in der Wissenschaft notwendig sind. Ergänzend bietet der Lehrgang Raum zur Vernetzung der Teilnehmer*innen.
Der Zertifikatslehrgang findet in Kohortenform statt und erfolgt über eine Dauer von neun Monaten.
2. Strukturiertes Onboarding für Neuberufene „Mein Start als Professor*in an der HSRW“
Das strukturierte Onboarding für neuberufene Professor*innen an der HSRW stellt eine Begleitung der Neuberufenen ab der Erteilung des Rufs für die ersten 18 Monate der professoralen Tätigkeit dar. Das Onboarding beinhaltet neben individuellen Professur-Entwicklungs-Planungsgesprächen (PEP-Gespräche), Weiterbildungsmodule, die entsprechend der heterogenen beruflichen Werdegänge eine Basis für die professorale Tätigkeit schaffen sollen. Darüber hinaus stellen die Integration der Neuberufenen in die HSRW und die Vernetzung untereinander wesentliche Teile des Onboardings dar.
Die Hochschule Rhein‑Waal (HSRW) stärkt mit ihrem PRO4‑HSRW‑Programm die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und damit potenzielle HAW-Professor*innen. Die erste Stufe des Projektes PRO4‑HSRW beinhaltet die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der neuen International Graduate Academy (InGA).
Ziel
Der Schwerpunkt von InGA liegt auf der Förderung von Promotionen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). InGA bietet strukturierte Möglichkeiten, damit (Master‑)Absolventinnen der HSRW sowie externe Absolventinnen den wissenschaftlichen Karriereweg mit einer Promotion weiter beschreiten können. Gleichzeitig unterstützt die Academy die Fakultäten der HSRW dabei, ihren Nachwuchs optimal zu fördern.
Damit setzt PRO4‑HSRW ein klares Signal: HAWen sind leistungsfähige, forschungsaktive Einrichtungen und zählen als attraktive Orte der Qualifizierung auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das Projekt treibt diese Entwicklung konkret durch die Schaffung von Promotionsstellen voran und verknüpft so individuelle Karriereförderung mit der Stärkung der Forschungsinfrastruktur an HAW.
Mit dem Tandem-Programm als zweite Stufe von PRO4‑HSRW fördert die Hochschule Rhein‑Waal (HSRW) gezielt den professoralen Nachwuchs an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWen). Das Programm setzt dort an, wo viele Interessierte trotz wissenschaftlicher Qualifikation scheitern: bei der erforderlichen außerhochschulischen Berufserfahrung. Durch die gezielte Förderung eben dieser unterstützt das Tandem-Programm bereits qualifizierte Personen dabei, die zentrale Zugangsvoraussetzung zur HAW‑Professur zu erwerben.
In dem Teilprojekt erfolgt eine projektbasierte Kooperation zur Förderung und Weiterentwicklung wissenschaftlichen Personals ebenso wie eine wissenschaftliche Kooperation zwischen Hochschule und Unternehmen. Forschung und Transfer werden mit institutionalisierter Personalentwicklung verzahnt, um die Attraktivität der FH-Professur als Karriereoption zu fördern.
Ziel
Ziel des Tandem-Programms ist es insbesondere, bereits wissenschaftlich qualifizierten Personen die fehlenden beruflichen Erfahrungen in der Wirtschaft sowie weitere Lehr- und Praxiserfahrungen zu ermöglichen, die für eine Berufung auf eine Professur an einer HAW erforderlich sind. Dazu können qualifizierte promovierte Mitarbeiter*innen der HSRW bis zu drei Jahre gefördert werden und arbeiten in dieser Zeit sowohl in der Hochschule als auch bei einem externen Kooperationspartner. Dazu arbeiten die Wissenschaftler*innen zur Hälfte ihrer Arbeitszeit an der Hochschule, während sie die andere Hälfte ihre Arbeitszeit in einem Unternehmen angestellt sind und dort arbeiten.
Die Finanzierung der Stelle wird jeweils anteilig von Hochschule und Unternehmen getragen. Teilnehmende Unternehmen verpflichten sich, die Personalkosten zur Arbeit im Unternehmen zu finanzieren. Durch dieses Modell erlangen wissenschaftliche Mitarbeiter*innen die Berufserfahrung außerhalb einer Hochschule, die Voraussetzung für eine Berufung auf eine HAW-Professur ist. Die Wissenschaftler*innen nehmen an Workshops zur hochschuldidaktischen Weiterbildung teil und werden durch spezielle Coachings und Feedbackgespräche der Personalentwicklung begleitet. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen soll so gestaltet werden, dass sie vom Wissens- und Innovationstransfer profitieren. Dazu sollen verstärkt Abschlussarbeiten und Promotionen in Zusammenarbeit Hochschule – Wirtschaft durchgeführt werden.
Das Programm der 12+1 Zukunftsprofessur als dritte Säule des Projektes PRO4-HSRW richtet sich gezielt an Frauen und genderdiverse Personen in der Wissenschaft – eine Gruppe, die aufgrund struktureller Benachteiligung eine entsprechend strukturelle Unterstützung erhalten soll. Vor dem Hintergrund der hohen Lehrbelastung von 18 SWS erprobt die 12+1 Zukunftsprofessur ein alternatives Professurmodell an HAWen: Das Lehrdeputat wird auf 12 SWS reduziert, um Raum für Ankommen, Qualifizierung und Profilbildung zu schaffen. Gleichzeitig übernehmen die Professorinnen während ihrer 12+1 Professur die Betreuung einer Promovendin aus der International Graduate Academy (InGA) und tragen so zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses an HAWen bei.
Die 12+1 Zukunftsprofessorinnen
Prof. Dr. Simone Pauling
Prof. Dr. Simone Pauling vertritt das Fachgebiet „Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Qualitätswesen“. Sie studierte Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim (BSc.) und der University of Reading in England (MSc.). Im Anschluss arbeitete sie in der Qualitätssicherung und im Nachhaltigkeitsmanagement in globalen Nahrungsmittelketten und promovierte an der Radboud Universität Nimwegen in den Niederlanden zur tierschutzgerechten Geflügelschlachtung. Vor ihrem Ruf als Professorin an die Hochschule Rhein-Waal leitete sie die Forschungsabteilung eines international führenden Konzerns der Lebensmittelverarbeitung.
Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der ressourcenschonenden und nachhaltigen Transformation der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Aktuelle Forschungsfragen betreffen die Nachhaltigkeitsbewertung und –optimierung bestehender Wertschöpfungsketten sowie die innovative Nutzung von Rest- und Nebenströmen zur Produktion hochwertiger Nähr-und Wertstoffe z.B. durch Insekten. Prof. Pauling ist Mitglied im Forschungsschwerpunkt Nachhaltige Ernährungssysteme der HSRW.
Prof. Dr. Mona Wappler
Prof. Dr. Mona Wappler vertritt das Fachgebiet Unternehmenslogistik an der Hochschule Rhein-Waal. Der Aufbau, der Betrieb und die Konzeption von Lieferketten sind seit vielen Jahren Arbeitsschwerpunkt von Frau Prof. Wappler. Sie hat Wirtschaftsingenieurwesens an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg studiert und an der Technischen Universität Dortmund zum Thema „Netzwerkeffekte im Supply Chain Risikomanagement“ promoviert. In ihrer Promotion hat sie sowohl theoretisch als auch empirisch untersucht, wie die Logistikperformance in Liefernetzwerken (auch im Fall von kurzfristigen Störungen) gewährleistet werden kann.
Prof. Dr. Wappler verfügt über mehr als 10 Jahre Praxiserfahrung, aus unterschiedlichen Positionen in Industrie und Beratung. Diese Kenntnisse bringt sie in Lehre und Forschung ein, indem sie z.B. relevante Fragestellungen auf den Gebieten Supply Chain Management und Logistik identifiziert und anwendungsorientiert Lösungen und Prozesse entwickelt. Ein Schwerpunkt ihrer aktuellen Forschung sind logistische Fragestellung rund um den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft.
Prof. Dr. Corinna Titze
Prof. Dr. Corinna Titze studierte Psychologie (Dipl.-Psych.) und promovierte an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf. Im Anschluss absolvierte sie Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen Mediation sowie systemische Paar- und Familientherapie. Sie arbeitete als Sachverständige in familiengerichtlichen Begutachtungsverfahren zu Fragen der Kindeswohlgefährdung als auch des Umgangs- und Sorgerechts. Darüber hinaus war sie als Therapeutin im ambulanten und teilstationären Kinder- und Jugendbereich im LVR-Klinikum tätig. Zuletzt war sie als Psychologin in der Regionalen Schulberatungsstelle des Kreises Wesel beschäftigt.
Dr. Titze ist als Professorin mit dem Schwerpunkt Angewandte Psychologie an die Fakultät Gesellschaft und Ökonomie der Hochschule Rhein-Waal berufen worden. Ihr zentraler Forschungsschwerpunkt ist das Thema der Emotionsarbeit, bei dem es um das Erleben, Einsetzen und Verarbeiten von Emotionen sowie deren Auswirkungen auf die mentale Gesundheit im Arbeitsalltag geht. Im Fokus der Forschung stehen pädagogische Fachkräfte.
Prof. Dr. Lily Chambers
Prof. Dr. Lily Chambers promovierte in Werkstofftechnik an der Universität Southampton (UK) über umweltfreundliche ‚Anti-Fouling-Systeme‘ für Schiffsrümpfe. Sie bildete sich weiter in Unterwassersensorik und -robotik am Ocean Technologies Lab der University of Bath und in künstlichen Muskelaktuatoren und mikrobiellen Brennstoffzellen am Bristol Robotics Laboratory der University of Bristol. Sie wurde zur Professorin für Bionik mit Schwerpunkt Biologie hier an der Fakultät für Technologie und Bionik ernannt. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Bionik, der Abstraktion natürlicher Systeme für technische Lösungen, insbesondere in den Bereichen Biorobotik und biologisch abbaubaren Technologien.
Durch den Einsatz von technischen Materialien und Oberflächen zur Nachahmung der Funktion biologischer Vorbilder hat sie sich in jüngster Zeit mit der Entwicklung weicher Greifer und Verankerungen beschäftigt. Diese natürlichen Mechanismen geben Aufschluss über das Greifen und Bewegen auf instabilen und nassen/trockenen Oberflächen. Die technologischen und wissenschaftlichen Auswirkungen dieser Forschung liegen in der Entwicklung nachhaltiger techni-scher Lösungen in den Bereichen Soft Robotics, Umweltüberwachung und Biomedizin.
Mit den Schwerpunktprofessuren etabliert die Hochschule Rhein‑Waal im Rahmen von PRO4‑HSRW ein flexibles, „atmendes“ Angebot für bereits berufene Professor*innen: Temporär wird das Lehrdeputat reduziert, um eine fokussierte Arbeit an strategisch wichtigen Aufgaben für die Hochschule zu ermöglichen. Interdisziplinäre Teams bearbeiten aktuelle Themen und Herausforderungen an HAWen und in der Hochschullandschaft insgesamt. So fördern die Schwerpunktprofessuren Profilschärfung sowie zukunftsorientierte Lehre und Forschung an HAWen.
Insgesamt werden vier Schwerpunktprofessuren jeweils für die Dauer von einem Jahr durchgeführt und fakultätsübergreifend mit je vier Professor*innen aus allen Fakultäten besetzt.
Schwerpunktprofessur "Integration politischer Bildung: Demokratiebildung in Studium und Lehre"
Zeitraum: Sommersemester 2026 – Wintersemester 2026/2027
Schwerpunktprofessoren: Prof. Dr. Ing. Dirk Nissing, Prof. Dr. Tobias Wünscher, Prof. Dr. Torsten Niechoj, Prof. Dr. Jakob Lempp
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie lebt von aktiver Teilhabe, kritischer Reflexion und politischer Mündigkeit. Hochschulen tragen eine besondere Verantwortung, Studierende zu befähigen, demokratische Werte zu verstehen, zu vertreten und zu verteidigen. Politische Bildung – verstanden im weiten Sinne – ist dabei eine zentrale Querschnittsaufgabe, die alle Fachdisziplinen betrifft. Die Hochschule Rhein-Waal als internationale Hochschule ist diesbezüglich in einer besonderen Situation, kann auf einen großen Erfahrungsschatz im interkulturellen Miteinander von Menschen aus mehr als 120 Nationen zurückgreifen und weist diesbezüglich alle Merkmale eines Reallabors auf. Die vier Schwerpunktprofessoren sollen Konzepte und Formate zur systematischen Integration politischer Bildung und Demokratiebildung in bestehenden Studienprogrammen entwickeln, erproben und implementieren. Ziel ist es, politische Bildung und insbesondere Demokratiebildung als elementare Bestandteile einer zukunftsfähigen akademischen Bildung zu stärken und langfristig in der Hochschule zu verankern.
Schwerpunktprofessur „Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Studium und Lehre“
Zeitraum: Sommersemester 2026 – Wintersemester 2026/2027
Schwerpunktprofessor*innen: Prof. Dr. Natalie Laibach, Prof. Dr. Ute Merbecks, Prof. Dr. Daniela Lud, Prof. Dr. Kai Masuch
Vor dem Hintergrund der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Programm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs (ESD for 2030)“ kommt der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine zentrale Rolle in der Hochschulbildung zu. BNE befähigt Lernende, zukunftsfähig zu denken und zu handeln – ökologisch verantwortungsvoll, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig. Mit den vier Schwerpunktprofessuren soll die Verankerung von BNE in Studium und Lehre gefördert werden. Ziel ist es hierbei, BNE nicht als ergänzendes Bildungsmodul, sondern als integralen Bestandteil in bestehenden Studienprogrammen zu verankern und damit einen systemischen Wandel in der Hochschulbildung anzustoßen. Die Förderung soll die Integration von BNE-Inhalten in bestehende Curricula voranbringen (fachspezifisch und transdisziplinär), dazu geeignete, innovative Lehr- und Lernformate entwickeln, Studierende zur aktiven Mitgestaltung einer nachhaltigen Zukunft befähigen und Forschung zu Nachhaltigkeitsthemen in den Fachdisziplinen fördern.
Schwerpunktprofessur „KI in Studium und Lehre“
Zeitraum: Sommersemester 2025 – Wintersemester 2025/2026
Schwerpunktprofessoren: Dr. Joachim Fensterle, Prof. Alexander Gerber, Prof. Dr. Matthias Krauledat und Prof. Dr. Ulrich Pfeiffer
Ziel der fakultätsübergreifenden Zusammenarbeit von vier Professuren, die bereits eine Expertise zu KI in die Gruppe einbringen können, soll es sein, Studierenden und Lehrenden der Hochschule Wege zu ebnen, KI sinn- und verantwortungsvoll einzusetzen, zu bewerten und darauf basierend Lernen und Lehre weiter zu entwickeln. Dabei steht ein fächerübergreifender Ansatz im Mittelpunkt, der möglichst allen Lehrenden der Hochschule Chancen bietet, Anknüpfungspunkte zur sinnvollen Integration von KI-Tools in Studium und Lehre zu finden. Gleichzeitig sind unterschiedliche Zugänge zu KI vor einem disziplinären Hintergrund zu betrachten, die sich aus verschiedenen Gewichtungen der Dimensionen Weiterentwicklung, Nutzung und kritische Betrachtung von KI ableitet.
Schwerpunktprofessur „Gleichstellung, Diversität, Inklusion und Teilhabe“
Zeitraum: Sommersemester 2025 – Wintersemester 2025/2026
Schwerpunktprofessor*innen: Prof. Dr. Klaus Hegemann, Prof. Dr. Eva Maria Hinterhuber, Prof. Dr. Achim Kehrein, Prof. PD Dr.-Ing. Sylvia Moenickes
Ziel der fakultätsübergreifenden Zusammenarbeit von vier Professuren im Kontext der Teilhabe, Inklusion, Diversität und Gleichstellung ist es, Studierenden und Lehrenden der Hochschule fächerübergreifend Wege aufzeigen, wie die Heterogenität der Studierenden und Lehrenden sensibel in der Lehre berücksichtigt werden kann. Es sollen dabei praktische Empfehlungen entstehen, die auch den Lehrenden, die fachlich mit sozialwissenschaftlicher Gesellschaftsanalyse nicht betraut sind, zeigen, inwiefern Teilhabe/Gleichstellung/Inklusion/Diversität in ihrer Vorbildrolle als Lehrende und in ihrer Fachlichkeit eine Rolle spielen und wie mit diesen Aspekten gewinnbringend umgegangen werden kann. Best Practice Beispiele, interdisziplinäre Perspektiven, Beratungsangebote sowie entstehende Lehr-/Lernmaterialien, sollen dazu beitragen, die Ziele der Gleichstellung und Teilhabesicherung dauerhaft in der Lehre zu verankern und den Lehrenden die Unterstützung zu bieten, die erforderlich ist, ohne die Konzentration auf ihre Fachlichkeit aufgeben zu müssen.