Interview
Sie haben einen Abschluss in Sustainable Development Management an der Hochschule Rhein-Waal erworben. Was hat Sie dazu motiviert, Ihren Masterstudiengang in Deutschland zu absolvieren?
Es gibt mehrere Gründe, die mich dazu motiviert haben, meinen Masterstudiengang an der Hochschule Rhein-Waal in Deutschland zu absolvieren. Erstens habe ich durch ein Seminar der Deutschen Botschaft an meiner Heimatuniversität vom DAAD-Programm erfahren. Zweitens hat mich mein Mann, der ebenfalls DAAD-Stipendiat ist, dazu ermutigt, mich zu bewerben. Drittens suchte ich nach einem Studienfach im Bereich Entwicklungsstudien und stellte fest, dass Deutschland die besten Studiengänge in diesem Bereich anbietet. Und schließlich motivierte mich auch die Möglichkeit, durch Europa zu reisen, mich für einen Masterstudiengang in Deutschland zu bewerben.
Wenn Sie auf Ihr Masterstudium zurückblicken – wie würden Sie es in Bezug auf die Fächer und die Atmosphäre bewerten? Was hat Ihnen am besten gefallen?
Ich schätzte die Vielfalt des Studiengangs, sowohl in akademischer Hinsicht als auch hinsichtlich der Teilnehmenden. Die akademische Atmosphäre ist außergewöhnlich; allerdings fiel es mir anfangs schwer, die Unterstützungsangebote der Universität in Anspruch zu nehmen. Der Mangel an Wohnraum für die Studierenden war ebenfalls ein Wermutstropfen. Aufgrund von COVID konnte ich den Campus nur sechs Monate lang hautnah erleben.
Mir hat das Verkehrsnetz gefallen, das die Universität mit den Einkaufsmöglichkeiten verbindet. Im ersten Jahr wohnte ich weit entfernt von der Universität, draußen auf dem Land. Die ländliche Umgebung hat mir sehr gut gefallen.
Sie haben das EPOS-Stipendium des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) erhalten. Können Sie uns mehr über den Zweck des Stipendiums erzählen und wie Sie davon profitiert haben?
Für mich war das EPOS-Stipendium mehr als nur ein akademischer Austausch, es war auch ein Tor zum kulturellen Austausch. Ich hatte viele Begegnungen mit der deutschen Kultur und dem familiären Umfeld. Ebenso konnte ich viele internationale Freunde gewinnen.
Derzeit arbeiten Sie als Projektbeauftragte beim Community Reconstruction Center (CRC) in Khulna, Bangladesch. Was sind Ihre Hauptaufgaben?
Ich arbeite für ein „Sanitation Behaviour Change Project“, das von der Japan Association of Drainage and Environment (JADE) finanziert wird. Meine Hauptaufgabe besteht darin, wöchentliche oder monatliche Projektfortschrittsberichte zu erstellen und die vor Ort auftretenden Probleme zu überprüfen. Oft leite ich auch Workshops und Fokusgruppendiskussionen mit der Gemeinde.
Welche Kompetenzen haben Sie während Ihres Studiums erworben, die für Ihre Karriere besonders nützlich sind?
Das Studium hat mich gelehrt, verschiedene Perspektiven der Entwicklung zu konzeptualisieren und auf ein fundierteres Verständnis von Entwicklung hinzuarbeiten.
Könnten Sie sich vorstellen, in Deutschland zu arbeiten? Warum oder warum nicht?
Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich bin qualifiziert, für jede internationale Entwicklungsorganisation zu arbeiten. Allerdings könnte meine mangelnde Deutschkenntnis ein entscheidender Faktor sein. Ich freue mich tatsächlich darauf, in Deutschland zu promovieren.
Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an die Fachhochschule Rhein-Waal denken?
Die herabfallenden Blätter am Kanal, die alles gelb färben!!
Zeitpunkt des Interviews: Juli 2022