Interview
Warum haben Sie sich für das Studium der Bioingenieurwissenschaften an der Hochschule Rhein-Waal entschieden?
Während meiner Schulzeit interessierte ich mich vor allem für naturwissenschaftliche Fächer und wollte daher einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen. Der Studiengang Bioingenieurwissenschaften entsprach meinen damaligen persönlichen Interessen und wird zudem vollständig auf Englisch unterrichtet, was für mich aufgrund meiner internationalen Ausrichtung ein weiterer wichtiger Punkt war. Darüber hinaus war das sechsmonatige Praktikum (vorzugsweise im Ausland) vor der Bachelorarbeit eine attraktive Möglichkeit, die Forschung in einem anderen Land kennenzulernen.
Nach Ihrem Abschluss im Jahr 2016 haben Sie bei MLM Medical Labs in Mönchengladbach angefangen. Was waren dort Ihre Aufgaben?
Meine Hauptaufgaben bestanden darin, die Ergebnisse zu veröffentlichen, die ich für meine Bachelorarbeit gesammelt hatte. Neben dem Verfassen des Manuskripts arbeitete ich auch als studentische Hilfskraft in der Abteilung für Kit-Herstellung, die maßgeschneiderte Kits für klinische Studien bereitstellt.
Sie setzten Ihre Ausbildung mit einem Masterstudium in Biologie-Biotechnologie an der Universität Kopenhagen in Dänemark fort. Was hat Sie motiviert, diesen Abschluss anzustreben?
Ich wollte einen Masterabschluss an einer traditionellen Universität und außerhalb Deutschlands erwerben. Ein weiterer wichtiger Faktor für meine Entscheidung war die Gestaltung des Studiengangs. Hier umfasste der Masterstudiengang ein einjähriges Abschlussprojekt, was im Vergleich zu kürzeren, sechsmonatigen Abschlussprojekten optimal für die Durchführung von Projekten in der Industrie ist. Darüber hinaus war die Qualität der Forschung gut, und ich konnte Lehrplanfächer auch durch Forschungsprojekte außerhalb der Universität ersetzen.
Sie haben gerade Ihre Promotion in Melbourne, Australien, begonnen. Können Sie uns mehr über Ihr Forschungsgebiet erzählen?
Mein Forschungsgebiet ist derzeit die Untersuchung einer Untergruppe von Gedächtnis-T-Zellen und deren transkriptionelle Regulation bei Gesundheit und Krankheit. Da ich gerade erst angefangen habe, wird sich das Projekt in den nächsten Monaten unter Berücksichtigung der Ergebnisse meiner Experimente entwickeln.
Haben Sie einen Rat für aktuelle und angehende Bioingenieurstudierende?
Achten Sie darauf, welche Themen Sie inspirieren und welche nicht. Suchen Sie die Antworten in sich selbst und lassen Sie sich davon bei Ihren Entscheidungen leiten, anstatt zu hoffen, sofortige und klare Antworten anderswo zu finden.
Wie blicken Sie rückblickend auf Ihre Zeit als Student an der Hochschule Rhein-Waal?
Das Studentenleben war fantastisch. Ich habe meine Zeit sehr genossen, da der Studiengang eher klein war und die Beziehungen unter den Studierenden sowie zu den Professoren sehr eng waren. Diese Verbindungen führten zu langjährigen Freundschaften sowohl mit Studierenden als auch mit Professoren.
Zu guter Letzt: Werden Sie nach Abschluss Ihrer Promotion im Ausland bleiben oder nach Deutschland zurückkehren?
Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da es von meinen beruflichen wie auch persönlichen Plänen abhängt, aber im Moment genieße ich es, im Ausland zu leben und verschiedene Länder und Kulturen zu erkunden. Die Erfahrung, sich in ein neues Land zu integrieren, ist sehr wertvoll.
Zeitpunkt des Interviews: März 2020