Interview
Nachdem Sie Ihr Abitur in Kiew, Ukraine, abgeschlossen hatten, beschlossen Sie, nach Kamp-Lintfort zu kommen, um Internationale Wirtschaft und Sozialwissenschaften zu studieren. Was hat Sie dazu bewogen, sich an der Hochschule Rhein-Waal zu bewerben?
Meine Kindheit war recht international geprägt: Ich hatte beispielsweise die Gelegenheit, ein Jahr in den USA und drei Jahre in den Niederlanden zu verbringen. Ich war schon immer daran interessiert, zum Studium in ein anderes Land zu ziehen. Vor allem suchte ich nach einem Studiengang in englischer Sprache und war schon immer daran interessiert, zum Studium nach Deutschland zu kommen, um im selben Land wie meine Schwester zu sein. Die Hochschule Rhein-Waal bot eine Vielzahl interessanter Studiengänge zur Auswahl an. Ich habe ein Jahr lang Mobilität und Logistik studiert, bin dann aber zu International Business and Social Sciences gewechselt, da mir klar wurde, dass dieser Studiengang meinen Interessen und beruflichen Zielen besser entsprach.
Sie haben 2014 Ihren Abschluss gemacht und sind für Ihren Master nach England gegangen. Was war der Hauptgrund dafür, dass Sie sich danach entschieden haben, zum Arbeiten nach Deutschland zurückzukehren?
Der von mir gewählte Masterstudiengang begann mit einem Auslandssemester in Mainz, während der Hauptteil des Studiums in London stattfand. Es war sicherlich eine großartige Erfahrung, in einem anderen Land zu leben! Letztendlich führten mich persönliche Gründe zurück nach Deutschland.
Accenture ist ein bekanntes globales Unternehmen, was bedeutet, dass es einen starken Wettbewerb um offene Stellen gibt. Wie haben Sie das Unternehmen davon überzeugt, Sie einzustellen?
Ich glaube, ich hatte ein bisschen Glück. Ich war auf der Suche nach einem Job und stieß auf die Möglichkeit, ein „Jump Start“-Programm (ein Trainee-Programm) im Bereich Business Analysis und Testing bei Accenture zu absolvieren. Mein ursprüngliches Ziel war es, in Richtung Business Analysis zu gehen, aber nach Abschluss des Trainee-Programms gab es keine offenen Stellen in diesem Bereich, und ich war offen dafür, etwas Neues zu lernen. Letztendlich gefiel mir der Bereich Softwaretests und ich blieb dabei.
Sie arbeiten seit mehr als sechs Jahren bei Accenture. Bitte beschreiben Sie Ihren typischen Arbeitstag als Teamleiter im Bereich Test Engineering.
Normalerweise beginnt mein Arbeitstag mit einem täglichen oder einem Abstimmungsmeeting mit meinem Team, in dem wir den Fortschritt, die Pläne und eventuelle Hindernisse besprechen. Danach analysiere ich die Bedürfnisse und Anforderungen des Kunden und überlege mir die nächsten Schritte: Was muss geklärt werden, haben wir alles, was wir zum Starten der Tests benötigen, gibt es Abhängigkeiten zu anderen Systemen usw. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und Aufgaben mit sich: Manchmal führe ich Vorstellungsgespräche mit potenziellen Kandidaten für das Projekt, ein anderes Mal untersuche ich technische Probleme. Insgesamt würde ich sagen, dass meine Hauptaufgabe darin besteht, sicherzustellen, dass mein Team alles hat, was es für seine Arbeit benötigt: Zugriffsrechte, Informationen, Ansprechpartner, klare Zeitpläne. Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg!
Was empfinden Sie an Ihrer Arbeit als größte Herausforderung?
Sich an schnelle Veränderungen anzupassen, ist manchmal eine Herausforderung, aber ich denke, es hängt davon ab, wie man diese Veränderungen betrachtet. Einerseits ist es eine sehr gute Möglichkeit, in der Karriere voranzukommen und viele neue Themen zu erlernen, andererseits kommt in dem Moment, in dem man sich in seiner Rolle wohlfühlt, etwas daher, das die Dinge durcheinanderwirbelt – sei es im Projekt oder in der Rolle.
Ich hatte die Gelegenheit, während meiner Tätigkeit bei Accenture verschiedene Rollen zu übernehmen. Zu Beginn war ich als Tester tätig, wo ich die technische Seite des Projekts kennenlernte. Später wurde ich Business Analyst mit Schwerpunkt auf der funktionalen Seite des Projekts und der Verantwortung für die direkte Koordination mit dem Kunden. Schließlich wurde ich Testmanager, wo ich ein Team von 10 bis 15 Personen leitete und die Projektmanager bei der Schätzung und Planung unterstützte. Rückblickend eine sehr schnelle und spannende Entwicklung.
Welche Qualifikationen und Fähigkeiten aus Ihrem Studium halten Sie für notwendig, um in Ihrer aktuellen Position erfolgreich zu sein?
Ehrlich gesagt hat meine aktuelle Position keinen direkten Bezug zu meinem Studienfach. Das kommt häufig vor, wenn sich eine berufliche Chance ergibt und man schließlich Gefallen daran findet. Was mir jedoch aus meinem Studium geholfen hat, erfolgreich zu sein, war die Fähigkeit, mich anzupassen, selbstständig zu lernen und klar zu kommunizieren. Ich spreche bei der Arbeit täglich Englisch und Deutsch, was in einem internationalen Umfeld definitiv hilfreich ist. Organisiert zu sein, ist für mich derzeit wahrscheinlich die wichtigste Fähigkeit, da ich Arbeit und Elternschaft unter einen Hut bringen muss.
Auf jeden Fall hilft es jedoch, wenn man ein echtes Interesse an seinem Fachgebiet hat, da man die Arbeit dann eher genießt, sich intensiver mit der Materie auseinandersetzt, schnell lernt und keine Scheu hat, seine Ideen oder Bedenken zu äußern.
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Zeit an der Hochschule Rhein-Waal?
Damals, als ich studierte, war die Hochschule noch viel kleiner; wir kannten fast jeden. Das soziale Leben war definitiv ein Highlight – wir waren eine glückliche Familie! Wir unternahmen Ausflüge in nahegelegene Städte, gingen auf Partys und bildeten gemeinsam Lerngruppen. Daran werde ich mich immer erinnern.
Zeitpunkt des Interviews: Dezember 2022