Warum Männer Vorsorge aufschieben: Studierende der Gesundheitswissenschaften und des -management zeigen Handlungsbedarf auf
Vorsorgeuntersuchungen spielen eine zentrale Rolle bei der rechtzeitigen Diagnose von Erkrankungen – insbesondere von Krebserkrankungen. Dennoch werden diese besonders von Männern unregelmäßig oder gar nicht wahrgenommen. Ein Blick in die Region zeigt: Vor allem in den Kreisen Wesel und Kleve besteht hier erheblicher Handlungsbedarf.
Dass Männer Vorsorgeuntersuchungen insgesamt seltener nutzen als Frauen, ist bekannt. Besonders auffällig ist jedoch die niedrige Inanspruchnahme in den Kreisen Wesel und Kleve. Dies war Auslöser für eine Untersuchung von Studierenden des Masterstudiengangs Gesundheitswissenschaften und -management. In Kooperation mit dem Fachdienst Gesundheitswesen in Wesel gingen sie zentralen Fragen nach: Wie bekannt sin Vorsorgeuntersuchungen tatsächlich? Warum bleiben viele Männer den Angeboten fern? Und welche Maßnahmen könnten die Teilnahme künftig erhöhen?
Grundlage der Untersuchung bildete ein eigens entwickelter Fragebogen, der sich gezielt an Männer in den beiden Kreisen richtete. Die Ergebnisse zeigen, dass Vorsorgeuntersuchungen von den Befragten als sehr wichtig eingeschätzt werden. Auch beispielsweise die Prostatauntersuchung ist den meisten Männern bekannt. Doch das Wissen allein reicht offenbar nicht aus, um aktiv zu werden. Trotz Anspruch und nachweislichem medizinischen Nutzen verzichten Männer weiterhin auf die Untersuchung.
Als Gründe nannten die Befragten vor allem organisatorische Hürden. Unflexible Sprechzeiten oder lange Wartezeiten wirken abschreckend. Flexible und zeitnahe Terminvergaben könnten daher dazu beitragen, um mehr Männer zur Vorsorge zu motivieren. Zudem wurde deutlich, wie wichtig soziale Unterstützung ist – Zuspruch durch Partnerinnen, Familie oder Freunde kann Hemmschwellen abbauen und die Entscheidung zur Teilnahme erleichtern.
Begleitet wurden die Studierenden von Prof. Dr. R. Renner, Professor für Gesundheitsförderung und Ernährung sowie Studiengangsleiter, sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Heike Holtappel an der Fakultät Life Sciences. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern wichtige Impulse für zukünftige Präventionsstrategien in der Region.