Digitale Sicherheit als gesellschaftliche Aufgabe: Austausch mit NRW-Innenminister Herbert Reul an der Fakultät Kommunikation und Umwelt

NRW-Innenminister Herbert Reul besuchte am 15.01.2026 die Hochschule Rhein-Waal am Campus Kamp-Lintfort, um mit Studierenden der Fakultät Kommunikation und Umwelt über Cybersecurity und Cybercrime zu diskutieren. Auf Einladung von Prof. Dr. Matthias Reintjes, Professor für Verwaltungswissenschaft und digitale Transformation, hielt der Minister vor rund 100 Studierenden des Studiengangs Verwaltungsinformatik – E-Government, B.Sc., einen Gastvortrag und stellte sich anschließend den Fragen des Publikums.

In seinem Vortrag beleuchtete Reul die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit für staatliches Handeln und ging insbesondere auf die veränderten Anforderungen an Polizei- und Strafverfolgungsbehörden ein. Die fortschreitende Digitalisierung der Verwaltung, die zunehmende Vernetzung kritischer Infrastrukturen sowie die Professionalisierung cyberkrimineller Strukturen stellten den Staat vor neue, komplexe Herausforderungen.
„Die Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich, verlagert aber auch kriminelle Aktivitäten zunehmend ins Internet. Darauf müssen wir reagieren – unter anderem mit speziell ausgebildeten Cybercops in Nordrhein-Westfalen“, so Reul. Zugleich machte er deutlich, dass digitale Bedrohungen nicht nur die innere Sicherheit, sondern ebenso Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt betreffen.

Reuls Ausführungen verdeutlichten die Notwendigkeit eines interdisziplinären Ansatzes, der technische, organisatorische und rechtliche Perspektiven verbindet. Gerade an der Schnittstelle von Verwaltung, IT und Recht komme gut ausgebildeten Fachkräften eine besondere Verantwortung zu. Der öffentliche Sektor sei dabei in hohem Maße auf qualifizierte Absolventinnen und Absolventen angewiesen, wie sie an der Hochschule Rhein-Waal ausgebildet werden.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine rund 45-minütige, lebhafte Diskussion mit den Studierenden. Thematisiert wurden unter anderem hybride Bedrohungslagen, der Einsatz neuer Technologien in der Polizeiarbeit, Datenschutzfragen sowie das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheitsrechten. Die intensive Fragerunde verdeutlichte das große Interesse der Studierenden an sicherheits- und digitalpolitischen Fragestellungen und zeigte zugleich den Wert des direkten Austauschs zwischen Politik und akademischem Nachwuchs.

Der Präsident der Hochschule Rhein-Waal, Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, dankte dem Innenminister für seinen Besuch. Der Austausch leiste einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Wissenschaft, Praxis und politischer Entscheidungsfindung und stärke die gesellschaftliche Relevanz der Hochschullehre.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Matteo Große-Kampmann, Christoph Borbe, Prof. Dr. Matthias Reintjes, NRW-Innenminister Herbert Reul, Hochschulpräsident Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Prof. Dr. Tobias Siebenlist und Dekan Prof. Dr. Klaus Hegemann

Der Studiengang Verwaltungsinformatik – E-Government, B.Sc. ist als duales Studium im Blockmodell angelegt. Er vermittelt neben informations- und kommunikationstechnischem Fachwissen auch soziale, kommunikative und organisatorische Kompetenzen. Die Studierenden lernen die besonderen Anforderungen der Verwaltung kennen, erwerben betriebswirtschaftliches und rechtliches Know-how und werden gezielt auf interdisziplinäre Tätigkeiten vorbereitet. Das Studium eröffnet vielfältige berufliche Perspektiven in Kommunen, auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene sowie in der Wirtschaft.