22.01.2019

Die Klasse 4 c der Willibrordschule in Kleve-Kellen lädt die Kreative Schreibwerkstatt der Hochschule Rhein-Waal ein

Erst zugehört, dann selbst geschrieben und jetzt vorgelesen

Wo Fantasie wächst und ihren sprachlichen Ausdruck findet, kann Austausch zwischen kleinen und großen Menschen wachsen. Am 17. Januar gab es für die studentischen Vorleserinnen ein Wiedersehen mit den Kindern aus der Willibrordschule, denen sie am bundesweiten Vorlesetag im letzten Jahr an der Hochschule Rhein-Waal ihre selbst geschriebenen Geschichten vorgelesen hatten. Dieses Mal lief es aber umgekehrt ab: Die Kinder lasen vor, die Studentinnen hörten zu.

Vor fast genau zwei Monaten waren die Kinder der Klasse 4 c der Willibrordschule zu Besuch in der Hochschule Rhein-Waal und haben den Geschichten der Studierenden gelauscht, die sie in der Kreativen Schreibwerkstatt geschrieben haben. Die Kinder lernten die Gebäude der Hochschule bei einer Führung kennen und hörten danach von den Erlebnissen besonderer Wesen, die auf dem Campus wohnen, zum Beispiel vom hilfsbereiten Klausurenfalter Klausi oder vom frechen Wurm Stibitzer, der die Stifte der Studierenden stiehlt.

Nun wurden die Vorleserinnen selbst zu Zuhörerinnen, die Gegeneinladung in die Grundschule fand am 17. Januar statt. Schulleiter Klaus Colter brachte die vier Studentinnen und Renate Schmitz-Gebel, Lehrbeauftragte für Kreatives Schreiben an der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie der Hochschule Rhein-Waal, persönlich zum Klassenraum der 4 c. Die Kinder warteten mit ihrer Klassenlehrerin Daniela Roelofs schon startklar in Mützen und Mänteln auf ihren Plätzen. Los ging es mit einer Führung durch die Schule. Die Schülerinnen und Schüler zeigten den Studierenden stolz ihre Schulbücherei zum Aufklappen, ihren Schulhof, ihre Turnhalle und den großen Affen Willi.

Wieder zurück im Klassenraum lasen alle Kinder die spannenden Abenteuer ihrer geheimen Schulbewohner vor, nachdem sie ihre gemalten Tierporträts an die Tafel gehängt hatten. In den Geschichten waren unter vielen anderen dabei: Schmetterling Rubinia, der Wünsche erfüllt; Maulwurf Mauli, der alles klaut, was auf den Boden fällt; Schlange Snaky, die die Lehrerin hypnotisieren kann; Schnecke Gary, die gerne Fantasiehonig isst; Hase Eliza, der Pausenbrote anknabbert; Lura und Lara, die lachenden Lamas mit pinkfarbenen Hüten oder die Lebensretter-Hunde Bringer und Dr. Gucker, die unter der Schulhof-Rutsche wohnen und sich um verletzte Kinder kümmern.

Im Anschluss mussten die Studierenden knifflige Fragen beantworten, die Kinder wollten wissen, ob sie wirklich gut zugehört haben: „Welche Farbe haben Lura und Laura? Wo wohnt Snaky? Wie wurde Mauli gefangen?“ Die Hochschultiere Klausi und Stibitzer huschten ein paar Mal durch die Geschichten der Kinder - wunderbar, wie die fantastischen Wesen der Studierenden Eingang in die Geschichten der Kinder gefunden haben.

Wo Fantasie wächst und ihren sprachlichen Ausdruck findet, kann Austausch zwischen kleinen und großen Menschen wachsen. Durch das Vorleseangebot der Studierenden wurden die Kinder angeregt, selbst kreativ zu werden und eigene Geschichten zu schreiben. Vorlesen, Lesen und Schreiben gehörten zusammen. Was kann es Schöneres geben, als so spielerisch, freudig und engagiert Sprache, Kreativität plus aufmerksames Miteinander zu fördern?

Die Studierenden Charlotte Marx, Sharleen Luber, Ariane Ingenpass und Sabrina Kern waren verblüfft von den Geschichten der Kinder: „Die waren ja genauso gut wie unsere! Die Kinder sind super, sie haben uns überrascht. Toll, dass wir heute diese Schule kennengelernt haben.“

Klaus Colter, Daniela Roelofs und Renate Schmitz-Gebel sind begeistert von der produktiven Zusammenarbeit von Grund- und Hochschule und wollen diese gern weiterführen, denn: Lesen erschließt neue Welten, Schreiben schafft neue Welten.

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