11/15/2019

Wirtschaft und Hochschule Hand in Hand

Studienabbrecherinnen und -abbrecher am Niederrhein sollen auch langfristig Unterstützung finden

Wie können die Angebote für Studienaussteigerinnen und -aussteiger noch verbessert werden und vor allem, wie kann dies langfristig gesichert sein? Um diese Fragen ging es jetzt auf dem zweiten Treffen des Verbundprojekts „NEXT STEP niederrhein“. In dem Projekt arbeiten die Hochschule Rhein-Waal und die Hochschule Niederrhein gemeinsam mit Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren der Region wie der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, den Arbeitsagenturen und den Wirtschaftsförderungen daran, Studienzweiflerinnen und -zweifler zielgerichtet Hilfe anzubieten und diese auf die Beratungsangebote des Netzwerks aufmerksam zu machen.

Denn allen Projektbeteiligten ist klar: Im Regen stehen lassen möchte niemand die Studienabbrecherinnen und -abbrecher. „Wir haben eine Verantwortung für unsere Studierenden und diese hört auch dann nicht auf, wenn sie über einen Studienabbruch nachdenken“, sagte Professor Dr. Berthold Stegemerten, Vizepräsident für Studium und Lehre an der Hochschule Niederrhein zu Beginn der Veranstaltung.

Dr. Ulrich Heublein vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gab als Experte den Teilnehmenden einen Einblick in die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. In seinem Vortrag beleuchtete unter anderem die Ergebnisse der Studie „Motive für den Studienabbruch und einen möglichen Einstieg in die berufliche Bildung“. Demnach beginnt der größte Teil (42 Prozent) derjenigen, die vor dem Studium keine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben, nach dem Abbruch mit einer beruflichen Ausbildung.

„Wir brauchen eine enge Begleitung derjenigen, die das Studium abbrechen, um Perspektiven für sie zu entwickeln“, bemerkte Heublein. In der Studie wurde auch gefragt, was die Berufsausbildung für die Studienabbrecherinnen und -abbrecher interessant mache. Die meisten gaben einen starken Praxisbezug, einen schnellen Abschluss, intensive Betreuung und eine niedrige finanzielle Belastung als Gründe an. „Eine Berufsausbildung ist für Studienabbrecher daher attraktiv“, folgerte Heublein.

Wichtige Einflussfaktoren für die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung sind die Bildungsherkunft – also der Einfluss des Elternhauses – die Aussicht auf eine praktische Tätigkeit sowie als zu hoch empfundene Anforderungen im Studium. Gegen die Aufnahme einer Berufsausbildung nach dem Studienabbruch sprechen das empfundene geringere gesellschaftliche Ansehen einer Berufsausbildung sowie bei über einem Drittel der Befragten die Unklarheit über den Berufswunsch.

Die vernetzte und individuelle Beratung und Unterstützung von Studienaussteigerinnen und -aussteigern langfristig sicher zu stellen, dies war im anschließenden Workshop das große Ziel. „Unsere Partner sind die großen Akteure des Arbeitsmarktes am gesamten linken Niederrhein. Gemeinsam haben wir ein starkes Netzwerk geschaffen. Das ist wirklich etwas besonders. Nun gilt es diese Zusammenarbeit langfristig zu gestalten. Dafür haben wir heute wichtige Schritte vereinbart“, so Stefanie Winde, Projektleitung der Hochschule Rhein-Waal für das Projekt „NEXT STEP niederrhein“.

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