Interaktive Wanderausstellung DiversityParcours® an der Hochschule – eine Woche voller Impulse für mehr Vielfalt
Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Menschen werden schnell nach ihrem Äußeren bewertet und in eine Schublade gesteckt. Das passiert ganz automatisch und lässt sich auch schwer steuern – oder? Um genau diesem Schubladendenken, besonders in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung entgegenzuwirken und Offenheit sowie Vielfalt zu fördern, hat die Hochschule Rhein-Waal den DiversityParcours® auf den Campus Kleve geholt. Somit hatten Mitarbeitende, Lehrende und Studierende eine Woche lang die Möglichkeit, Wissen, Selbstreflexion und Austauschen miteinander zu verbinden.
Bildnachweis: ©Johannes Baeumer/ HSRW
In einer Mischung aus Infotankstelle, Showbühne, Spielwiese, Denkoase und Ideenschmiede eröffnete die Ausstellung DiversityParcours®, die bereits bei vielen bekannten Unternehmen gastierte, neue Blickwinkel auf Chancen, Herausforderungen und Wege, Grenzen zu überwinden, und machte auf ein gesellschaftlich wie politisch hochaktuelles Thema aufmerksam. An fünf Stationen konnten Besucher*innen ihre Fähigkeiten im Schubladendenken „prüfen“, persönliche Facetten von Vielfalt sichtbar machen, den Klang ihres Teams hörbar werden lassen, in die Welt von Zahlen, Daten und Fakten zur Vielfalt eintauchen und im DiversityLab experimentieren.
In zahlreichen anregenden Gesprächen, spontanen Diskussionsrunden und begleiteten moderierten Formaten zeigte sich: Die Auseinandersetzung mit Vielfalt setzt spürbare Impulse für Studium, Lehre und Zusammenarbeit. Vielfalt wurde sichtbarer und neue Perspektiven für das Miteinander konnten eröffnet werden. Durch dieses besondere Format unterstreicht die Hochschule ihre Verantwortung für demokratische Teilhabe und Chancengleichheit.
Prof. Dr. Tatiana Zimenkova, Vizepräsidentin für Internationales und Diversität, betont: „Diversität und Teilhabe sind kein ‚Nice-to-have‘-Bereich. Der DiversityParcours® ist eine notwendige Intervention gegen Ignoranz, Ausgrenzung und die schleichende Normalisierung von Diskriminierungen in heutigen Gesellschaften.“ Sie unterstreicht, wie wichtig Sensibilität für Vielfalt und gerechte Teilhabe als Grundpfeiler der Demokratiesicherung sei – ohne sie verliere eine demokratische Institution ihre Glaubwürdigkeit, ihre Exzellenz und letztlich ihre Zukunft. Als Vizepräsidentin sagt sie klar: „Wir investieren nicht in Symbolik, sondern in Haltung, Handlungskompetenz und die Widerstandskraft unserer Hochschule gegen jede Form antidemokratischer Tendenzen.“
Die Hochschule möchte es aber nicht nur beim DiversityParcours® belassen. Sie plant, die gewonnenen Erkenntnisse in kommenden Semestern weiter zu verankern – mit Workshops, Vernetzungsangeboten und konkreten Maßnahmen für faire Zugänge und gelebte Teilhabe. Darüber hinaus findet vom 7. bis zum 29. Mai die Ausstellung zu den Grundrechten „Mehr als nur Worte“ auf dem Campus Kleve (Gebäude 4, 2. Etage) statt, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Hintergrund
Gemeinsam mit vielen anderen deutschen Hochschulen zeigt die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) Haltung für eine offene, solidarische und freie Wissenschafts- und Hochschulkultur, indem sie die bundesweite Kampagne „Hochschulen zeigen Haltung“ unterstützt. Im Sommersemester wird ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm an beiden Hochschulstandorten in Kamp-Lintfort und Kleve angeboten.
Im Zuge der bundesweiten Kampagne „Hochschulen zeigen Haltung“ sind Hochschulen und ihre Mitglieder aufgerufen, sich für eine demokratische, vielfältige und freie Hochschullandschaft einzusetzen. Nur dort, wo Forschung und Lehre unabhängig von politischem Druck, ideologischen Vorgaben oder wirtschaftlichen Einzelinteressen stattfinden können, entstehen Erkenntnisse, die gesellschaftliche Entwicklungen kritisch hinterfragen und fundierte Entscheidungen ermöglichen. Gleichzeitig ist Wissenschaft auf demokratische Rahmenbedingungen angewiesen: auf Meinungsfreiheit, offene Diskurse und den Schutz von Minderheitenpositionen. Gemeinsam sind Demokratie und Wissenschaft fundamentale Bestandteile einer offenen, aufgeklärten Gesellschaft.