Einführung eines Forschungsinformationssystems an der Hochschule Rhein-Waal

An der Hochschule Rhein-Waal findet anwendungsnahe Forschung in hohem Maße und großer disziplinärer Vielfältigkeit statt. Im Forschungsalltag spielen eine qualitativ hochwertige Verarbeitung und der transparente Austausch von standardisierten Forschungsinformationen eine immer bedeutendere Rolle. Die Hochschule hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, zukünftig alle zu Forschung und Entwicklung relevanten Informationen digital - in einem Forschungsinformationssystem (FIS) - zu bündeln.

Was ist ein Forschungsinformationssystem und was ist der Kerndatensatz Forschung?

Ein FIS ist eine integrierte Datenbank, die zentral und dezentral vorgehaltene Informationen zu Forschungsaktivitäten, wie Publikationen, Drittmittelprojekte, Patente, etc. digital zusammenführt und miteinander verknüpft.

Die wissenschaftlichen Leistungen, die Forschungsinformationen, werden nach der Definition des Kerndatensatz Forschung (KDSF) erfasst. Der KDSF ist ein definitorischer Datenstandard. Seine Einführung im deutschen Wissenschaftssystem wurde 2016 vom Wissenschaftsrat (WR) empfohlen. Dieses vordefinierte Regelwerk soll deutschlandweit zu einer einheitlichen, validen und hiermit auch vergleichbaren Erfassung von Forschungsinformationen führen und gleichzeitig auch die Anschlussfähigkeit an internationale Standards garantieren. Der KDSF legt die Mindestanforderung an vorzuhaltenden Daten fest und umfasst inhaltlich die folgenden Bereiche: Beschäftigte, Drittmittel und Finanzen, Publikationen, Nachwuchsförderung, Patente und Ausgründungen, Forschungspreise und Forschungsinfrastrukturen.

Auf Empfehlung des WR aus dem Jahr 2020, wurde im Juli 2021 durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) die Kommission für Forschungsinformationen in Deutschland (KFiD) gegründet. Der Präsident der HSRW, Dr. Oliver Locker-Grütjen, ist Mitglied der Kommission, welche künftig die Verantwortung für den KDSF, dessen flächendeckende Einführung und bedarfsorientierte Weiterentwicklung übernehmen wird.

Welche Vorteile bietet ein Forschungsinformationssystem und welche Ziele verfolgt die Hochschule mit der Einführung?

  • Harmonisierung der Forschungsinformationen mittels KDSF
  • Verbesserung der Datenqualität
  • Transparente und valide Datenpflege
  • Optimierung der Datenbereitstellungsprozesse
  • Qualitative Verbesserung der internen und externen Netzwerkarbeit
  • Schaffung von internen Synergien bei Anschaffung und Betrieb von Forschungsinfrastrukturen
  • Verbesserte Außendarstellung des Know-hows, der Kompetenzen und der Forschungsinfrastruktur
  • Transfer der Forschungsinformationen nach extern, in die Gesellschaft, in die Unternehmen

Generell sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch das FIS bei der Erfassung, der Verwaltung, der Aufbereitung und Präsentation ihrer Forschungsaktivitäten unterstützt werden. Informationen sollen nur einmal in ein System eingepflegt werden und anschließend mehrmals, an unterschiedlichen Stellen, in unterschiedlichen Systemen verwendet werden können. Als zentrales Werkzeug für Dokumentations-, Strategie- und Monitoringzwecke wird das FIS die Forschungsberichterstattung, die interne und externe Netzwerkarbeit und den Transfer der Forschungsleistungen standardisieren und professionalisieren.

Wie erfolgt die Einführung?

Die Einführung und die Umsetzung des KDSF führen zu einer deutschlandweit einheitlichen und übersichtlichen Forschungsberichterstattung. Hierbei wird die Hochschule Rhein-Waal unterstützt von der Landesinitiative CRIS.NRW.

CRIS.NRW ist ein Projekt der Digitalen Hochschule NRW und wird aus Mitteln der Digitalisierungsoffensive des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Zur technischen Umsetzung dieses Vorhabens nutzt CRIS.NRW die Software HISinOne-RES. HISinOne-RES bildet den Kerndatensatz Forschung seit 2018 komplett ab. Es ist speziell auf die Darstellung der Forschungsaktivitäten ausgerichtet und wird zukünftig zum Forschungsmanagement-System ausgebaut.

Das "Go Live" der Software ist für Anfang 2022 geplant. Im Vorfeld werden interne Schulungen und Workshops angeboten werden, um die Anwenderinnen und Anwender aus den unterschiedlichen Bereichen mit der Software vertraut zu machen.
Das Projektteam freut sich über Rückmeldungen und Interesse daran, als Testnutzer*in bereits im Vorfeld mit dem System zu arbeiten.