Ministerin Silke Gorißen übergibt Zuwendungsbescheid für KI-Projekt

Maßgeschneiderte Unterstützung in Sachen Künstliche Intelligenz: Ministerin Silke Gorißen hat der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) einen Zuwendungsbescheid für das Projekt „Scalable Language Model Infrastructure (SALAMI) – Regionales Innovationssystem für Künstliche Intelligenz im Mittelstand“ übergeben. Das Projekt zielt darauf ab, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) am Niederrhein den sicheren und praxisnahen Einsatz von Sprachmodellen und Bilderkennung zu ermöglichen. 

Bild

Bildnachweis: Stehend v. l. n. r.: Johannes Pfeifer, HSRW, Jan Sonntag, HSRW; Ministerin Silke Gorißen, Prof. Dr.-Ing. Ido Iurgel, HSRW, Birgit Mosler, Marvelous Software Solutions UG, Kalkar, Dr. Daniel Kurth, Coduct Solutions GmbH, Kamp-Lintfort, Arno Ingenlath, GeSa mbH, Alpen, Dr. Josef Franko, AI.Land, Krefeld, Prof. Dr. Kathrin Weidner, HSRW, Landtagsabgeordneter René Schneider; Sitzend v. l. n. r.: Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker, HSRW und Konsortialführer des Projekts, Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der HSRW, Prof. Dr. Florian Wichern, HSRW © Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen 

Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der HSRW, begrüßte Ministerin Silke Gorißen, Landtagsabgeordneten René Schneider sowie die Projektpartner*innen im Green FabLab auf dem Campus Kamp-Lintfort. „Ich freue mich sehr, heute mit Ihnen diese besondere Leistung der Hochschule zu feiern“, so Locker-Grütjen. „‚Forschungsinfrastrukturen.NRW‘ ist für uns als Hochschule für angewandte Wissenschaften ein wichtiges Förderprogramm aufgrund der Praxisnähe und Zusammenarbeit mit regionalen KMU. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die aus beiden Forschungsschwerpunkten campusübergreifend an dem Projektantrag gearbeitet haben.“ 

„Künstliche Intelligenz gehört längst zum Alltag im Garten- oder Ackerbau sowie in der Forstwirtschaft – Drohnen und Maschinen fliegen und fahren schon heute KI-gestützt über unsere Felder, durch unsere Wälder und Ställe“, so Ministerin Gorißen bei der Bescheidübergabe. „Die Herausforderungen in der Land- und Ernährungswirtschaft werden immer komplexer. Umso wichtiger ist es, dass wir Forschung, Innovation und Praxis eng miteinander verbinden.“

Ziel des Projekts SALAMI ist der Aufbau einer skalierbaren KI-Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur am Niederrhein, die als Grundlage für branchenspezifische und lokal betreibbare Anwendungen in Agrarwirtschaft, Verwaltung, Gesundheit und Industrie dient, welche im Projekt in einzelnen Umsetzungsprojekten behandelt werden. Im Mittelpunkt stehen konkrete Lösungen für den Mittelstand – von KI-gestützter Robotik und Präzisionslandwirtschaft bis hin zur kameragestützten Schadensanalyse. So können beispielsweise Feldroboter und Drohnen eingesetzt werden, um Pflanzenkrankheiten, Wildschäden oder Trockenstress auf landwirtschaftlichen Flächen frühzeitig zu erkennen und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. 

Bild

Bildnachweis: v. l. n. r.: Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der HSRW, Ministerin Silke Gorißen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker, HSRW und Konsortialführer des Projekts © Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen 

Das Projekt setzt auf sogenannte Small Language Models (SLM) – also kompakte, ressourcenschonende Versionen von großen KI-Sprachmodellen wie beispielsweise GPT oder Gemini. Ziel ist es auch, Unternehmen aktiv dabei zu helfen, eigene Kompetenzen im Umgang mit KI aufzubauen. Das stärkt auch die europäische technologische Souveränität. Konsortialführer des Projekts, Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker betont: „Ich glaube an die wirtschaftliche Kraft der kleinen Sprachmodelle. Dieses Projekt wird einen Impact leisten in der wirtschaftlichen Entwicklung des Niederrheins.“

Das von der Europäischen Union geförderte Verbundvorhaben unter Leitung der Hochschule Rhein-Waal hat ein Gesamtvolumen von 3,28 Millionen Euro und eine Laufzeit von drei Jahren. Davon werden rund 2,84 Millionen Euro über das Förderprogramm bereitgestellt. 

Projektpartner sind:  

  • Hochschule Rhein-Waal (Kleve / Kamp-Lintfort) für die wissenschaftliche Begleitforschung und Koordination des Projektes
  • ORB gGmbH (Krefeld) für die landwirtschaftlichen Komponenten
  • CODUCT Solutions GmbH (Kamp-Lintfort) für die Komponenten aus der öffentlichen Verwaltung und dem Gesundheitswesen
  • Marvelous Software Solutions (Kalkar) für den Bereich der beruflichen Integration von Arbeitsmigrantinnen und -migranten in Ausbildungsberufen mittels KI-Anwendungen in Lernsoftware
  • GeSA mbH (Alpen) für die kameragestützte Schadensanalyse an Fahrzeugen, Krananlagen, historischen Gebäuden und PV-Modulen

 

Hintergrundinformationen Forschungsschwerpunkte
An der Hochschule Rhein-Waal wurden zwei Forschungsschwerpunkte (FSP) etabliert. Der FSP „Nachhaltige Ernährungssysteme“ befasst sich u.a. mit Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Verwertung von Abfallstoffen, innovative Produktionssysteme wie „essbare Wälder“ und Lebensmittel aus dem 3D-Drucker. Der FSP „Assistenz und Teilhabe“ erforscht, designt und entwickelt technische kognitive Assistenzsysteme, welche den Menschen und dessen Bedürfnisse und Werte in den Mittelpunkt stellen. Beide Forschungsschwerpunkte haben gemein, dass verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen fakultätsübergreifend und interdisziplinär zusammenarbeiten.