23.02.2017

3D-Kompetenzzentrum Niederrhein

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin besucht die Hochschule Rhein-Waal zur Eröffnung des 3D-Kompetenzzentrums Niederrhein

Additive und digitale Fertigung sind ein integraler Bestandteil von Industrie-4.0-Verfahren. Mit dem Aufbau eines 3D-Kompetenzzentrums unter der Leitung von Dr. Martin Kreymann an der Hochschule Rhein-Waal soll der Innovations-, Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft vorangetrieben werden. Die Landesregierung und die EU fördern das Kooperationsprojekt der Hochschule Rhein-Waal und der Partner Hochschule Ruhr-West sowie der RWTH Aachen mit 3,3 Millionen Euro. Es ist das größte Projekt im Rahmen des Aufrufs Regio.NRW.

Das neue 3D-Kompetenzzentrum Niederrhein, so NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, vereine die wichtigen 3 „K“: „Köpfe, Kompetenz und Kapital“. Köpfe und Kompetenz haben die Landesregierung im vergangenen Jahr überzeugt, das Projekt, bei dem die Hochschulen Rhein-Waal, Ruhr-West und die Rheinisch-Westfälische Hochschule Aachen zusammenarbeiten, mit dem nötigen Kapital auszustatten. Land und EU fördern das 3D-Kompetenzzentrum mit 3,3 Millionen Euro. Kein anderes Projekt im Rahmen des Aufrufs „Regio.NRW“ habe mehr Geld bekommen, sagte der Minister jetzt vor 150 geladenen Gästen bei der Eröffnungsveranstaltung in Kamp-Lintfort. Duin lobte das praxisnahe Ausbildungskonzept, das in den so genannten FabLabs, den High-Tech-Werkstätten der beteiligten Hochschulen, umgesetzt werde.

Denn es geht um Zukunftstechnologien. Die Digitalisierung zahlreicher Bereiche in Wirtschaft, Verwaltung und Alltag schreitet fort. Umso wichtiger sei es, so der Wirtschaftsminister, junge Menschen im Umgang mit digital gesteuerten Maschinen so weit auszubilden, dass sie eigene Ideen selbst umsetzen können. Dies ist eine der zentralen Aufgaben des 3D-Kompetenzzentrums Niederrhein mit seinen 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den drei Standorten Kamp-Lintfort, Bottrop und Aachen. In unterschiedlichen Workshops werden Kinder und Jugendliche, aber auch die Studierenden der beteiligten Hochschulen an digitale Fertigungsmethoden herangeführt. Kinder im Grundschulalter basteln Seifenkisten, Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen lernen das Programmieren einfacher Steuerungen und bauen ihre eigenen 3D-Drucker. Studierende nutzen den 3D-Druck, 3D-Scanner oder Lasercutter, um ihre eigenen Projekte zu realisieren - bis hin zur Bachelor- oder Masterarbeit.

Das 3D-Kompetenzzentrum soll den Innovations-, Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft weiter vorantreiben. Es dient als Knotenpunkt aller bereits in der Region vorhandenen Initiativen und nutzt die Produktionsmöglichkeiten der FabLabs für Bildungsangebote für Handwerk und Industrie. Auch Dr. Heide Naderer, Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, ist von dem Konzept des Projekts überzeugt: „Wir nutzen unsere Ressourcen auf optimale Weise und schaffen Verbindungen von der Fakultät in die Schulen und Unternehmen. Wir öffnen die Türen in die Region.“ Das Kompetenzzentrum sei ein Aushängeschild für Kamp-Lintfort.

Ein wichtiges Ziel des Projekts wird bereits in die Tat umgesetzt. Seit Januar findet im FabLab Kamp-Lintfort erstmals die so genannte Fab Academy statt. Das fünfmonatige Ausbildungsprogramm, das am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde, beinhaltet die Vermittlung aller zentralen Fertigkeiten, die man für die Herstellung eigener Prototypen braucht. Die Teilnehmer lernen Programmieren, 3D-Designen von Produkten am Computer, das Nutzen aller digitalen Produktionsverfahren und dem Umgang mit unterschiedlichen Werkstoffen. Das 3D-Kompetenzzentrum Niederrhein hat an Studierende der Hochschule Rhein-Waal vier Stipendien vergeben, um an der Fab Academy teilnehmen zu können.

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