16.04.2020

Studierende der Hochschule Rhein-Waal bewerten ihre Situation in der Corona-Krise

Mit einer umfassenden Befragung zur Corona-Krise haben sich Wissenschaftler der Hochschule Rhein-Waal an ihre Studierenden gewandt. Mehr als 1 300 Studierende haben teilgenommen. Die Antworten geben einen aufschlussreichen Überblick über die Meinungen und die Empfindungen der Befragten.

Wie sehen Studierende die Corona-Krise, wie schätzen sie die Folgen ein und welche persönlichen Schlüsse ziehen sie daraus? Um diese Fragen und noch viele weitere ging es bei der Umfrage, die ein Wissenschaftlerteam der Hochschule Rhein-Waal an ihre Studierenden richtete. Eingeladen via E-Mail konnten diese vom 31. März 2020 bis zum 2. April 2020 über ein browserbasiertes Tool anonym an der Befragung teilnehmen. Mehr als 1 300 Studierende beteiligten sich. Etwa 90 Prozent füllten den Fragebogen in Gänze aus. Hinter der Idee, Umsetzung und Auswertung stecken Professor Dr.-Ing. Alexander Klein, Professor für integriertes Produktmanagement, Professor Dr. Matthias Krauledat, Professor für Informatik, sowie Dipl.-Ing. Christian Berendonk, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Auch der AStA war involviert und eingeladen, Fragestellungen beizusteuern.

Unter den Studierenden, die sich an der Umfrage beteiligten, waren alle Altersgruppen und Fakultäten vertreten. Etwa 54 Prozent der Teilnehmenden sind Männer, 45 Prozent sind Frauen. Aus Deutschland kommen 41 Prozent, fast ein Viertel aus Asien.

Blick in die Zukunft

Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass die Corona-Krise in einem Jahr oder bereits früher überwunden sein wird. Nur jede*r siebte glaubt, dass die Krise drei Jahre oder länger dauern wird. Studierende aus dem Nicht-EU Ausland sind hier sogar noch optimistischer: nur jede*r zwölfte glaubt an eine Dauer von mindestens drei Jahren, gegenüber jedem fünften Deutschen. Die meisten Studierenden (80 Prozent) sehen in der Pandemie eine Chance für die Zukunft. Zwei Drittel von ihnen geben an, dass die Corona-Krise sie dazu anregt, in ihrem eigenen Leben Verhaltensweisen zu überdenken und etwas zu ändern. Sind zwar 45 Prozent der Teilnehmenden davon überzeugt, dass sich generell die Welt weder verbessern noch verschlechtern wird, so gehen immerhin 30 Prozent davon aus, dass eine Verbesserung eintreten wird. Mit Blick auf ihre Hochschule wünscht sich eine überwältigende Mehrheit (90 Prozent), dass die Hochschule Rhein-Waal während und nach der Krise einen Beitrag dazu leistet, die Welt zu verbessern.

Ansichten über Social Distancing

Die meisten der befragten Studierenden (87 Prozent) halten die Kontaktregeln für richtig, allerdings lehnt ein Viertel ein Ausgangsverbot ab. Ebenfalls ist eine große Mehrheit (90 Prozent) der Meinung, dass die Menschen während der Corona-Krise klare Regeln benötigen. Nach eigenen Aussagen halten sich auch die meisten der Befragten daran – ältere Studierende jedoch deutlich strikter als jüngere. Drei Viertel wünschen sich für das Sommersemester ausschließlich ein digitales Lehrangebot, auch wenn so nicht alle Lehreinheiten durchgeführt werden können.

Empfindungen und Sorgen

Die Mehrheit der Teilnehmenden fühlt sich soweit gut. Es gibt aber auch Studierende (10 Prozent), die angeben, sich physisch oder emotional angeschlagen zu fühlen. Viele (86 Prozent) machen sich angesichts der Corona-Krise Sorgen um Familienangehörige und Freund*innen. Ungefähr die Hälfte sorgt sich um die eigene Gesundheit, die private finanzielle Situation und um die Wirtschaft im Allgemeinen. Ebenso spüren die Befragten aufgrund der Kontaktregelungen eine gewisse Einsamkeit. Ein Fünftel gibt an, sich oft einsam zu fühlen. Ausländische Studierende sind häufiger davon betroffen als deutsche. Die Aktivitäten, der Einsamkeit zu entfliehen, sind vielseitig. Telefonate auch per Video sind dabei die häufigste Maßnahme. Jede*r zweite treibt Sport und jede*r vierte musiziert, ist künstlerisch tätig, meditiert oder betet.

„Wir sind den Studierenden dankbar für ihre Teilnahme und die Bereitschaft, uns detailliert Auskunft zu geben. Aber genau das war uns ja so wichtig“, so Professor Klein. Und Präsident Dr. Oliver Locker-Grütjen erklärt: „Die Antworten sind für uns sehr aufschlussreich. Sie geben uns als Hochschule wertvolle Hinweise, wie wir gemeinsam mit dem AStA, den Fachschaften, den Fakultäten und den Studierendeneinrichtungen der Hochschule besser auf die Studierenden und ihre Situation eingehen können.“

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