14.02.2020

Ist künstliche Intelligenz fair?

Professor Dr. Matthias Krauledat beim Vortrags-Wettstreit zum Thema „KI – Fluch oder Segen?“

Dass es Menschen schwerfällt, objektiv zu sein, ist bekannt. Aber wie ist das eigentlich bei künstlicher Intelligenz (KI)? Treffen Computer faire Entscheidungen? Nicht von sich aus, lautete die Antwort von Professor Dr. Matthias Krauledat, Professor für Informatik an der Hochschule Rhein-Waal, beim „Wettstreit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ im Haus der Universität der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Eingeladen hatte die Anton-Betz-Stiftung, die seit mittlerweile 50 Jahren Wissenschaft und Forschung fördert.

Aus zahlreichen Einsendungen wurden fünf Finalistinnen und Finalisten ausgewählt, die in einem 15-minütigen Beitrag ihre Forschungsergebnisse und Thesen präsentieren durften. Simone Paganini, Theologieprofessor der RWTH Aachen, verglich die künstliche Intelligenz mit Religion, die Betriebswirtschaftsprofessorin Barbara Weißenberger von der Heinrich-Heine-Universität fragte, welche Entscheidungen KI treffen kann und darf. Hans-Jürgen Buxbaum, Professor für Robotik an der Hochschule Niederrhein, ging der Frage nach, welche Folgen eine KI mit einem Selbstbewusstsein haben könnte. Arndt Borkhardt, Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie am Düsseldorfer Universitätsklinikum, stellte vor, an welcher Stelle KI bei der Krebsprävention und -behandlung eingesetzt werden könnte.

Professor Krauledat erläuterte, wieso die KI automatisch nicht zu fairen Entscheidungen kommen kann: Maschinelles Lernen erfolgt auf Basis von vorhandenen Daten. Wenn etwa ein Job-Portal seine Daten auf Basis von Einstellungsentscheidungen Personalverantwortlicher filtert, so fließt deren Einstellungspolitik in die Daten ein und schlägt sich beispielsweise in den Suchergebnissen nieder. Daher empfahl Krauledat, dass KI nicht nur mit Daten, sondern auch mit Fairnessregeln trainiert werden müsse und appellierte an einen gesellschaftlichen Rahmen für eine Strategie für faire KI.

Sieger des Wettstreits wurde Simone Paganini; ausgewählt wurde er nicht nur von der Jury der Anton-Betz-Stiftung, sondern auch per Stimmzettel der Zuschauenden. Die Beiträge der fünf Finalistinnen und Finalisten werden im Herbst in einem Buch herausgegeben.

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