14.03.2019

Diversity-Strategien zur erfolgreichen Personalgewinnung (PM)

Auftaktveranstaltung zum Forschungsvorhaben brachte regionale Unternehmen mit Expertinnen und Experten zusammen

Zum Thema „Digitalisierung – Demographie – Diversität“ trafen sich Unternehmen aus der Region und Expertinnen und Experten auf Einladung der Hochschule Rhein-Waal. Die Veranstaltung ist der Auftakt eines Forschungsvorhabens, im Rahmen dessen vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und des demographischem Wandels gemeinsam mit der Unternehmerschaft Diversity-Strategien zur erfolgreichen Personalgewinnung und -bindung erarbeitet werden sollen.

In den kommenden elf Jahren wird aufgrund des demographischen Wandels die Zahl der Erwerbstätigen am Niederrhein um etwa 15 Prozent sinken. Gleichzeitig werden die Digitalisierungsprozesse in den Unternehmen zunehmen und fortschreiten, nicht zuletzt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu erhalten. Das führt zwangsläufig zu einer Veränderung der beruflichen Landschaft. Um vor diesem Hintergrund den aktuellen und zukünftigen Bedarf an Arbeitskräften zu decken, muss die Wirtschaft neue Wege gehen und neue Arbeitskräftereservoirs erschließen: Frauen für Führungspositionen vorsehen, verstärkt Mütter und Berufsrückkehrerinnen, sowie Menschen mit einem Migrationshintergrund als Zielgruppe betrachten. Solche Schritte sind aber nur dann möglich, wenn dafür entsprechende Strategien entwickelt werden, um so die Vielfältigkeit der Belegschaft zu erhöhen und mit ihr agieren zu können.

Um genau diese Herausforderungen anzusprechen, mögliche Strategien vorzustellen sowie interessierte Akteurinnen und Akteure zu vernetzen, hatte die Hochschule Rhein-Waal zu einer Veranstaltung eingeladen. Darüber hinaus galt es, Projektunternehmen sowie Kooperationspartnerinnen und -partner für einen Beirat zu gewinnen. Das Treffen, an dem etwa 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und anderen Bereichen der Gesellschaft teilnahmen, ist der Auftakt eines Forschungsvorhabens. Dabei sollen unter der Leitung von Professorin Dr. Eva-Maria Hinterhuber, Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Genderforschung an der Hochschule Rhein-Waal, vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und des demographischem Wandels gemeinsam mit der regionalen Unternehmerschaft Diversity-Strategien zur erfolgreichen Personalgewinnung und -bindung erarbeitet werden. „Bei dem Projekt steht die Frage im Mittelpunkt: Wie kann es gelingen, die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsprozesse in Unternehmen durch Gender Diversity Management zu nutzen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ziel ist, die regionalen Unternehmen auf diese Weise zu stärken und die Region Rhein-Waal als attraktiven Lebens- und Arbeitsort zu erhalten“, erläutert Professorin Hinterhuber.

Kern der Veranstaltung war ein Workshop, in dem sich die Teilnehmenden unter anderem mit den Herausforderungen und Potenzialen der Region Niederrhein und der Region Rhein-Waal auseinandersetzten. Demographische Entwicklungen und Digitalisierungsprozesse machen zwar nicht vor Ländergrenzen halt, die Herangehensweisen zur Bewältigung der daraus resultierenden Herausforderungen aber sind teilweise recht unterschiedlich. Insofern stand immer auch das Ansinnen im Raum, mit einem Blick über die niederländisch-deutsche Grenze hinweg jeweils voneinander zu lernen.

„Die gesamte Region der Euregio Rhein-Waal muss für die Zukunft gerüstet sein. Disruptive Entwicklungen und neue Geschäftsmodelle haben einen großen Einfluss. Dass die Hochschule Rhein-Waal in diesem Zusammenhang Themen wie Digitalisierung und Diversität aufgreift, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dabei sehe ich die Grenze als Chance. Unsere Region als Vorzeigemodel, als eine Art ‚Living Lab‘, wo Fortschritt begrüßt wird und man bereit ist, voneinander zu lernen. Da dies nicht überall selbstverständlich ist, macht es die Zusammenarbeit noch wertvoller“, fasst Sigrid Helbig, Direktorin von The Economic Board, Nijmegen, das Kick-Off-Treffen zusammen. Und Dr. Gabriele Schambach, Inhaberin von Genderworks, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, ergänzt: „Wir haben enormen Zuspruch erfahren. Eine Reihe von Unternehmen interessiert sich bereits für eine Projektpartnerschaft und viele Teilnehmende möchten im Beirat mitarbeiten. Das zeigt auch, wie aktuell das Thema ist.“

Die eigentliche Forschungsphase soll noch in diesem Jahr beginnen. Unternehmen aus der Region, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten aber gern mitwirken möchten, können sich bei Interesse an perspektive.rhein-waal@genderworks.de wenden.

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