Kooperation mit Indonesien: IPB University in Kleve
Seit zehn Jahren kooperiert die HSRW eng mit der IPB University, Indonesiens größter Agraruniversität. Ein internationaler Besuch in Kleve intensiviert nun den akademischen Austausch. Wie sehen die gemeinsamen Zukunftsprojekte aus?
Wenn internationale akademische Welten aufeinandertreffen, die eine gemeinsame Vision für Forschung und Lehre teilen, entstehen oft die spannendsten Perspektiven. In diesem Sinne durfte die Fakultät Life Sciences der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) in den vergangenen Tagen zwei hochkarätige Gäste aus Indonesien auf dem Klever Campus begrüßen: Prof. Dr. Ir. Iskandar Z Siregar (Vice Rector for Global Connectivity, Collaboration and Alumni Relations IPB) und Dr. Aidil Azhar vom College of Vocational Studies der renommierten IPB University.
Die IPB University, beheimatet in Bogor, ist ein akademisches Schwergewicht. Mit rund 39.000 Studierenden und Spitzenplatzierungen in internationalen Rankings ist sie die größte und bedeutendste Agraruniversität Indonesiens – und damit rein quantitativ „eine Nummer größer“ als die HSRW. Doch in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit begegnet man sich längst auf Augenhöhe.
Bereits seit rund zehn Jahren pflegen beide Institutionen enge Beziehungen, formal untermauert durch ein Memorandum of Understanding und ein Exchange Agreement. Besonders intensiv ist die Kooperation mit dem indonesischen Department of Agroindustrial Technology. Dieser Austausch lebt von den Menschen: HSRW-Dozierende wie Prof. Dr. Joachim Fensterle, Prof. Dr. Matthias Kleinke und Prof. Dr. Ronny Hartanto waren bereits mehrfach vor Ort, um Vorlesungen zu halten. Gleichzeitig nutzen Studierende der Hochschule Rhein-Waal nutzen mehrfach die Chance, ein Auslandssemester an der IPB zu verbringen.
Campus-Tour zwischen Hightech-Laboren und Gewächshaus
Der aktuelle Besuch bot die Gelegenheit, diese Partnerschaft physisch erfahrbar zu machen und neue Synergien auszuloten. Begleitet von Anne Ahrberg vom International Center der HSRW erkundete die Delegation den Campus.
Neben den Lehrräumen standen vor allem die praxisnahen Einrichtungen der Fakultät Life Sciences im Fokus: Die Gäste zeigten sich erfreut von den hochmodernen Laboren, dem Mikroskopiezentrum sowie dem Tropical Greenhouse, das gerade für agrarwissenschaftliche Fragestellungen im internationalen Kontext eine ideale Schnittstelle bietet.
In einer Reihe von intensiven Arbeitsgesprächen tauschten sich die indonesischen Gäste mit dem Pro-Dekan der Fakultät, Prof. Dr.-Ing. Frank Platte, sowie den Kolleg*innen Prof. Dr. Matthias Kleinke, Prof. Dr. Jens Gebauer, Prof. Dr. Natalie Laibach und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter für Internationales Björn Flockau aus.
Neue Horizonte: Das SCOPE-HE TVET Programm
Dass man sich nicht auf vergangenen Erfolgen ausruht, beweist ein brandaktuelles Vorhaben. Derzeit erarbeiten beide Hochschulen einen gemeinsamen Antrag für das „SCOPE-HE TVET“-Programm, gefördert durch die Europäische Union und ASEAN. Dieses Programm zielt auf die Weiterentwicklung der beruflichen und höheren Bildung (TVET – Technical and Vocational Education and Training) ab. Für beide Seiten ist dies ein logischer und zukunftsweisender Schritt, um globale Bildungsstandards gemeinsam zu prägen.
Die bestehende Kooperation zwischen HSRW und IPB nicht nur fortgeführt, sondern substanziell ausgebaut werden. Ein zentrales Anliegen ist es, den Studierendenaustausch künftig noch stärker zu etablieren, um indonesischen Studierenden den Weg an den Niederrhein zu erleichtern. Zudem sollen weitere gemeinsame Forschungsprojekte ins Leben gerufen werden.
Der Besuch der Delegation hat einmal mehr gezeigt: Internationalisierung findet nicht auf dem Papier statt, sondern in der persönlichen Begegnung, im gemeinsamen Forschen und im stetigen Dialog über Kontinente hinweg.