KI-Tools für die Literatursuche
Für die Suche nach wissenschaftlicher Literatur gibt es spezialisierte KI-Tools, die die Suche mit herkömmlichen Recherchetools sinnvoll ergänzen können. Diese Tools arbeiten mit einer Literaturdatenbank als Grundlage, die mit Hilfe von KI durchsucht wird.
Recherchetools lassen sich in zwei Gruppen aufteilen, semantische und zitatbasierte Tools:
Bei semantischen Tools wird mit Hilfe einer Ausgangsfrage gesucht. Das Tool erstellt eine Literaturliste passend zur Frage. In der Regel haben diese Tools Funktionen, um die gefundene Literatur bereits auszuwerten, indem sie z. B. Zusammenfassungen erstellen oder die Ausgangsfrage beantworten, basierend auf den gefundenen Dokumenten. Hier ist die Grenze zu generativer KI fließend!
Zitatbasierte Tools arbeiten mit einem oder mehreren Ausgangsartikeln, die bereits vorhanden sein müssen. Auf deren Grundlage werden weitere Empfehlungen für passende Artikel gegeben. Diese Tools eignen sich besonders gut, wenn man bereits einige passende Artikel zu seinem Thema gefunden hat.
Es ist wichtig zu prüfen, welches Tool für die eigene Suche hilfreich sein kann, da die Abdeckung je nach Fachrichtung unterschiedlich ist. Hier ist ein Blick auf die Datengrundlage unabdingbar. Auch Kosten und Anmeldemodalitäten sind zu beachten, wobei die meisten Tools brauchbare kostenfreie Versionen zur Verfügung stellen.
Eine ausführliche Liste von Tools zur Literaturrecherche gibt es von der Unibibliothek Tübingen. Hier finden sich unter anderem auch Informationen zur Datengrundlage oder dem Datenschutzschwerpunkt der Tools.
ChatGPT und Literatursuche
Bei ChatGPT handelt es sich um ein Sprachmodell, das darauf trainiert ist, Texte zu erstellen und eine menschliche Kommunikation nachzuahmen.
Es ist wichtig zu wissen, dass ChatGPT kein Wissensmodell ist. Es arbeitet nicht mit Fakten und Wissen, sondern nutzt statistische Wahrscheinlichkeiten, um Wörter so anzuordnen, dass ein sinnvoller Text entsteht.
ChatGPT kann helfen: Gedichte schreiben, E-Mails formulieren, Texte übersetzen, zusammenfassen oder strukturieren, Ideen sammeln, Programmieren ...
ChatGPT kann nur eingeschränkt: Faktenwissen wiedergeben, nach Literatur suchen, beurteilen/bewerten ...
Mittlerweile ist bei den meisten Sprachmodellen eine Suchmaschine eingebunden, was es dem Modell ermöglicht, eine Internetsuche durchzuführen und die Ergebnisse aufbereitet wiederzugeben. Dadurch erscheint es so, als ‚wüsste‘ das Sprachmodell tatsächlich etwas. Aber auch hier geht es rein um Berechnungen, das Modell gibt wieder, was es findet, aber es versteht nicht, was es schreibt.
In der Regel klingen Antworten sehr überzeugend und oft sind diese Antworten auch korrekt, aber nicht immer, was kürzlich auch eine Studie der Europäischen Rundfunkunion bestätigt hat. Je spezieller ein Thema, desto größer die Gefahr von überzeugend klingenden "Halluzinationen". Es ist deshalb absolut notwendig, Fakten zu überprüfen.
Bei der Literaturrecherche kann ChatGPT eine gute Unterstützung sein. Es kann helfen, geeignete Suchbegriffe zu identifizieren, Synonyme zu finden und diese miteinander zu verknüpfen. Auch hier heißt es aufmerksam zu bleiben und Antworten zu überprüfen.
Ein Beispiel für eine von ChatGPT unterstützte Suche.
Prompting
Als Prompt wird der Arbeitsauftrag an die KI bezeichnet. Je präziser dieser formuliert wird, desto besser ist das Ergebnis. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Prompts gestaltet werden können, als einmalige Anfrage oder auch als Gespräch.
Einige hilfreiche Tipps für erfolgreiche Prompts:
- Der KI eine Rolle zuweisen (Nach aktuellen Erkenntnissen verbessern solche Rollenzuweisungen zwar nicht mehr die Faktengenauigkeit, können aber die Tonalität des Outputs verändern.)
- Aufgabe formulieren: Was genau soll gemacht werden? Ein Brainstorming, eine Struktur für ein Referat zum Thema x, ein Konzept für eine Unterrichtstunde oder eine Glückwunschkarte zur bestandenen Prüfung usw.
- Falls nötig einzelne Arbeitsschritte vorgeben: Erstelle eine Wortliste, anschließend formuliere daraus eine Suchanfrage ...
- Kontext und Hintergrundinformationen geben: Rahmenbedingungen, Zweck, Zielgruppe ...
- Länge und Format des Outputs definieren: Tabelle mit drei Spalten, stichpunktartig, ein Text mit maximal 100 Wörtern usw.
- Präzise formulieren: konsistente Wortwahl, ungenaue Formulierungen (etwa, möchglichst ...) und Negationen vermeiden
- Nachfragen, ob die KI weitere Informationen braucht, und das Ergebnis verfeinern, wenn es noch nicht zufriedenstellend ist
Beispiele im offenen Prompt-Katalog des KI-Campus.
Bei der Verwendung von KI-Tools ist es wichtig, verantwortungsvoll und informiert zu agieren und sich auch der potenziell negativen Auswirkungen und Risiken bewusst zu sein. Mehr dazu finden Sie hier.