Internationales Studierendenprojekt des Studiengangs Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene

Worauf achten Verbraucher*innen beim Kauf von Geflügelfleisch? Welche „Abweichungen“ werden akzeptiert, wie wichtig sind Haltungsformen bei Tieren? Mit diesen Fragen der Firma Marel in den Niederlanden wurden Studierende des Studiengangs Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene (QUSH) beauftragt.

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Sie führten im Mai 2023 eine internationale Projektwoche durch und besuchten in Verbindung damit die Firmen Marel und Plukon Food Group in den Niederlanden. Die Firma Marel in Boxmeer entwickelt und bietet Software, Maschinen und Systeme zur Verarbeitung von Geflügel, Fleisch und Fisch an. Um die Verarbeitung und Verpackung von Geflügelfleisch zu sehen und zur Vorbereitung auf die nachfolgende Projektaufgabe besuchten die Studierenden anschließend die niederländische Firma Plukon Food Group in Ommel. Die Firma ist einer der größten Anbieter auf dem europäischen Geflügelfleischmarkt. Sie liefert Hähnchenprodukte und Fertiggerichte an führende europäische Lebensmittelpartner.

Um auf die Wünsche der Verbraucher*innen besser eingehen zu können, ist es für die Firma Marel vor allem wichtig zu wissen, was Endkund*innen im Einzelhandel wünschten und erwarten. Hieraus entwickelte sich der konkrete Projetauftrag für die Studierenden des Studiengangs QUSH. Gemeinsam hatten sie die Aufgabe, Befragungen rund um das Thema Hähnchenbrust-Filet zu erstellen und durchzuführen. Die entscheidende Frage war: „Worauf achten die Konsument*innenen bei dem Kauf von Hähnchenbrust-Filet?“

Hierzu wurden von den Studierenden in der Projektwoche persönliche Umfragen in verschiedenen Einzelhandelsgeschäften in Kleve sowie zusätzliche Online-Befragungen durchgeführt. Sie brachten viele aussagekräftige Antworten, sodass ein eindeutiges Ergebnis schnell sichtbar wurde: 74 Prozent der insgesamt befragten Verbraucher*innen nehmen einen „Abweichungen“ (z. B. kleine Farbunterschiede, sichtbares Fett, Blutpigmente) in Kauf, solange das Produkt fast vollständig sichtbar ist und vor allem der gewünschten Haltungsform entspricht. Zusätzlich sind die Regionalität sowie Erfahrungswerte zum Thema Frische weitere Kriterien, die zum Kauf führen.

Unterschiede wurden bei den verschiedenen Einzelhändlern festgestellt. Verglichen wurden Supermärkte, Discounter und ein Biomarkt. Bei dem Discounter wurde vermehrt auf makellose Produkte zum kleinen Preis geachtet. Im Gegensatz dazu wurden im Biomarkt Aussagen getroffen, wie beispielsweise: ,,Dass ein Produkt nicht makellos ist, ist natürlich, deswegen würde ich es dennoch kaufen“. 90 Prozent der befragten Verbraucher im Biomarkt würden ein Produkt mit „Makel“ kaufen.

Im Supermarkt war der Fokus vor allem auf die Frische der Produkte gerichtet, sodass viele Kund*innen bei der Befragung angaben, eher Hähnchenbrust-Filet bei einem Metzger oder an der Frischetheke zu kaufen.

Als Empfehlung konnten die Studierenden der Firma Marel mitgeben, dass vor allem die Haltungsform auf der Verpackung sichtbar sein sollte, da sich nach diesem Kriterium die meisten Konsument*innen richten. Bei der Verpackung selbst sollte das Hähnchenbrust-Filet entweder vakuumiert oder in einer losen Plastikverpackung vertrieben werden, sodass dieses vollständig sichtbar ist. Vermieden werden sollte Flüssigkeit in der Verpackung, da die Verbraucher*innen dieses zu 98 Prozent nicht kaufen würden. Als weiteres Ergebnis der Projektarbeit wurde empfohlen, die Produkte in einem Kühlschrank, anstatt in einer Kühltruhe zu präsentieren, da so der Preis besser zuzuordnen ist.

Das Projekt gab den Studierenden einen praxisnahen Einblick in die Lebensmittelwirtschaft. Außerdem wurde der enorme Aufwand sichtbar, welcher sich hinter der Verarbeitung von Lebensmitteln befindet.

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