Der Freizeitpark Irrland setzt auf die Expertise und Perspektive von Studierenden der HSRW. Vermittelt wurde die Zusammenarbeit durch das Innovationsmanagement Wirtschaft.
Das Irrland in Kevelaer – Twisteden ist eine Institution für Familien mit Kindern. Ein 40 Hektar großer Freizeitpark ohne klassische Fahrgeschäfte, dafür mit vielen Attraktionen die einladen zum Bauen, Entspannen, Erkunden, Hüpfen, Klettern, Rutschen, Spielen und kreativ sein. Seit diesem Jahr wird nun auch die Expertise und Perspektive von Studierenden der HSRW bei der Gestaltung neuer Spielbereiche hinzugezogen.
Initiiert wurde die Zusammenarbeit zwischen HSRW und Irrland von Julia Roelofsen, Innovationsmanagerin Wirtschaft in unserem Projekt. „Kindheitspädagogik und Tourismus zusammen in einem Studierendenprojekt waren für mich eine exotische Zusammensetzung, als ich das erste Mal davon hörte. Aber sofort kam der Gedanke: Das ist was fürs Irrland.“ Zwei Studierendenprojekte stehen dieses Wintersemester in den Startlöchern. Der Kontakt und Austausch mit Familie Tebartz van Elst, die hinter dem Erlebnispark steht, trägt bereits vor der Umsetzung der Initialidee Früchte.
„Der Studiengang Sustainable Tourism B.A. ist bekannt für die Verbindung von aktuellem Fachwissen mit praxisnahen Projekten“, so Julia Roelofsen. „Prof. Dr. Dirk Reiser hat nicht nur langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, sondern auch großes Interesse an neuen Kontakten für Studierendenprojekte.“ Das Irrland war für Dirk Reiser ein willkommener neuer Sparringpartner für seine Studierenden im zweiten Semester. Die 26 Studierenden bearbeiteten für das Modul Sustainable Destination Management die folgenden Themen: Umweltbildung für Kinder, Nachhaltigkeitskommunikation und Marketing, ein Leitsystem für das Irrland sowie inklusiver Tourismus. Nach einer Exkursion ins Irrland und einem Blick hinter die Kulissen hatten die Studierenden ein größeres Verständnis für das besondere Konzept und legten los.
„Die Ergebnisse der Studierenden waren teils überraschend einfach und tatsächlich hilfreich.“
Benedikt Tebartz van Elst: „Einiges, wie z. B. die Kommunikation über unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen auf unserer Webseite haben wir sofort umgesetzt.“ Auf der Webseite finden sich nun etwa Informationen zum Wasserkonzept des Irrlands. Denn seit 2022 wird das Wasser für die Attraktionen in einem geschlossenen Kreislaufsystem aufbereitet, gereinigt und wiederverwendet und so die Entnahme von Grundwasser reduziert. Das soll zukünftig auch spielerisch für die Besucher*innen als eine Attraktion dargestellt werden – ein weiterer Vorschlag der Studierenden.
Im Spätsommer erreichte Julia Roelofsen eine weitere Anfrage des Irrlands. „Dieses Mal geht es um eine neue Attraktion im Bereich niederrheinischer Bauernhof,“ weiß sie aus ersten Gesprächen. „Konkret wurde um technische Unterstützung durch die HSRW gebeten. Und wer, wenn nicht die Fakultät Technologie und Bionik, ist hierfür prädestiniert?“ Auch bei T&B wird praxisnah geforscht und gelehrt. Unter anderem im Group Project, in dem Studierende aus den verschiedenen Studiengängen mit unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten. Die Studierenden von Prof. Dr.-Ing. Dirk Untiedt und Christian Berendonk werden sich im aktuellen Wintersemester mit einer Machbarkeitsstudie befassen. Ferner soll eine Übersicht der möglichen Techniken für die Umsetzung bereitgestellt werden. Für den Bau, der für Ende 2027 geplant ist, wird das Irrland verantwortlich sein. Und auch für Dirk Reiser und seine Studierenden ist der Irrlandausflug noch nicht beendet: In Form eines interdisziplinären Projekts wird ein Bewertungsinstrument für nachhaltige Entwicklung erarbeitet.
Julia Roelofsen freut sich über die Verstetigung der Kooperation: „Ein Projekt ebnet den Weg für ein weiteres. Das ist ideal.“ Und ein weiterer Vorteil: Die praxisnahen Exkursionen ermöglichen nicht nur wertvolle Einblicke, sondern bringen den Studierenden auch die Vorzüge des Niederrheins näher. So motivieren sie, nach dem Studium in der Region zu bleiben.