Das Tropenhaus der Hochschule Rhein-Waal in Kleve ist ein tropisches Gewächshaus mit Lehr- und Schaugärten. 2012 als Labor der Fakultät Life Sciences eröffnet, bietet es Raum für Forschung, Lehre und die Begegnung mit tropischer Pflanzenvielfalt.
Aufgaben des Tropenhauses
- Lehrveranstaltungen (Vorlesungen und Praktika) durchführen
- Klimakammern für Forschung und Lehre bereitstellen
- tropische Nutzpflanzen präsentieren und sammeln
- Pflanzen für die Lehre bereitstellen
- Biodiversität durch Pflanzenvielfalt unterstützen
- schützenswerte Nutzpflanzenarten erhalten
- Öffentlichkeitsarbeit leisten
- Bienenhaltung und Imkerei als Lehr- und Lernmedium nutzen
Gebäude und Ausstattung
Das 25 × 25 Meter große Gebäude liegt direkt am Wendehafen zwischen Wissensspeicher und Mensa. Es umfasst ein Glashaus, einen Seminarraum sowie einen Pflanz- und Versuchsraum. Die Glas-Klima-Einheit besteht aus vier Forschungskabinen und einer Großkulturfläche mit einer gepflegten Nutzpflanzensammlung. Moderne Klimacomputertechnik ermöglicht Aufzucht und Anbau verschiedenster Pflanzenarten – Wuchsbedingungen lassen sich variieren und charakteristische Klimazonen simulieren. So können Pflanzen fremder Klimazonen unmittelbar am Objekt erforscht werden.
Schaugärten
Zum Gesamtkonzept gehören die Schaugärten „Jahresgarten", „Lebendige Tafel" und „Streuobstwiese" mit Obstlehrpfad, Bienenstand sowie Duft- und Bodenlehrpfad (Barfußpfad). Die Gärten grenzen mit fast 3.000 m² direkt an das Gewächshaus auf dem Campus Kleve.
Führungen und Veranstaltungen
Du möchtest das Tropenhaus mit einer Gruppe besuchen? Sprich oder schreib uns gern an – die Führungen sind kostenlos. Kontakt: Doris Winkels (doris.winkels(at)hochschule-rhein-waal.de). Wir freuen uns auf Deinen Besuch!
Im Tropenhaus finden regelmäßig Veranstaltungsreihen statt:
- Besseres Klima – Gesündere Umwelt: In Kooperation mit dem Fachbereich Klimaschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Kleve zeigt die Reihe, wie jede*r die Pflanzenvielfalt und den Klimaschutz nachhaltig fördern kann.
- Zukunftsdialog Niederrhein: Debatten im Spannungsfeld zwischen Natur und Kulturlandschaft – mit kurzen Impulsvorträgen und offenem Dialog, unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Tobias Wünscher und in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und der NABU-Naturschutzstation. Beginn jeweils 18 Uhr (Einlass 17:30 Uhr), Eintritt frei, keine Anmeldung nötig, Plätze begrenzt.
- Pflanzenvielfalt säen, genießen, erhalten: ein kreisweites Kooperationsprojekt mit Saatgutleihe, Workshops, Vorträgen und Führungen rund um Pflanzen – von der Fensterbank bis zur Landschaft.
Die aktuellen Termine findest Du im Veranstaltungskalender der Hochschule Rhein-Waal.
Kontakt und Team
Leitung: Prof. Dr. habil. Jens Gebauer · Tel. (02821) 806 73-218
Gartenbau-Technikerin (Führungen): Doris Winkels · Tel. (02821) 806 73-9703
Gärtnermeister (Führungen): Franz-Josef Kuhnigk · Tel. (02821) 806 73-639
Teamleitung: Prof. Dr. Florian Wichern (FÖJ-Verantwortlicher, Professor für Bodenkunde)
FÖJler 2025/2026: Leonard Tenbieg, Luis Goedeke
Du möchtest selbst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Tropenhaus machen? Mehr zum FÖJ.
Zum Team gehören außerdem studentische Hilfskräfte (SHK).
Der Sommer 2026 wird das Jahr der Kreuzblütler. Brassicaceae (Kreuzblütler) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales) – vor allem bekannt für ihre zahlreichen Kohlarten, die weltweit zu den wichtigsten Gemüsepflanzen zählen.
Aus ihr stammen u. a. Weißkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Wirsing, Rosenkohl, Grünkohl, Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi – überwiegend aus dem Wildkohl hervorgegangen. Kohl punktet mit einem hohen Gehalt an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralstoffen. Auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf und Raps gehören dazu. Charakteristisch sind die vier kreuzförmig angeordneten Blütenblätter, die der Familie ihren Namen geben.
Die Familie umfasst rund 370 Gattungen mit etwa 4.000 Arten – mit zahlreichen Kulturformen und Züchtungen, die sich in Wuchsform, Blattstruktur, Farbe, Geschmack und Verwendung unterscheiden.
Amaranth (Amaranthus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) – vielseitig als Nahrungs- und Zierpflanze. Die essbaren Samen sind reich an Proteinen, Ballaststoffen und Mineralstoffen und werden in der Küche als glutenfreier Getreideersatz verwendet, etwa in Müsli, Suppen oder Backwaren. Gleichzeitig begeistert Amaranth mit leuchtend roten, violetten oder goldenen Blüten. Dank seiner Anspruchslosigkeit und Widerstandsfähigkeit gedeiht er in vielen Klimazonen und ist eine nachhaltige Bereicherung für Landwirtschaft und Gartenbau. Die Gattung umfasst etwa 60 bis 80 Arten, dazu zahlreiche Sorten und Zuchtformen.
Der Sommer 2024 war das Jahr der Studentenblume. Die Tagetes gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Auch als Studentenblume oder am Niederrhein als „Stinkerkes" bekannt, ist sie weit mehr als eine farbenfrohe Blühpflanze.
Ihr charakteristischer Duft schreckt Insekten wie Mücken und Blattläuse ab. Die enthaltenen natürlichen Pyrethroide wehren u. a. Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen ab; auch Nematoden, die Pflanzenwurzeln schädigen können, hält die Tagetes fern. Über ihre Wurzeln reichert sie den Boden mit Stickstoff an und fördert so benachbarte Pflanzen. Weil Schnecken sie lieben, wird sie gern als Ablenkung zwischen das Gemüse gepflanzt.
Unter den 50–60 Arten gibt es viele essbare wie Lakritztagetes (T. lucida) oder Zitronentagetes (T. lemmonii). Aus den Blüten werden Öle – etwa gegen Hautreizungen – gewonnen; sie lassen sich auch als essbare Blüten oder als Tee verwenden. Ab Mai gedeiht die Tagetes an sonnigen bis halbschattigen Standorten und wird gern von Bienen und Hummeln angeflogen.
Im Jahr 2023 war die Sonnenblume unsere Kulturpflanze des Jahres. Mit ihrer prachtvollen Blüte von Juli bis Oktober steht die Sonnenblume (Helianthus annuus) für einen sonnigen Sommer – und ist für Insekten und Vögel ein wichtiges Nahrungsangebot. Viele nutzen Sonnenblumenöl und Sonnenblumenkerne in ihrer Ernährung.
Das Tropenhausteam hat von dieser aus Amerika stammenden Art aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) verschiedenste Sorten angezogen: neben Ziersorten auch Speise-, Öl- und Futtersorten. Im Rahmen des Wahlpflichtfachs „Focus Field Plant" beschäftigten sich Studierende der nachhaltigen Landwirtschaft in zwei Projekten mit dem Sonnenblumenanbau und stellten die Ergebnisse am 20. Juni 2023 der Öffentlichkeit vor.
Bienen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems – nach Rind und Schwein sind sie mit ihrer Bestäubungsleistung das drittwichtigste Nutztier. Die Hochschule Rhein-Waal verspricht sich von der Bienenhaltung eine Aufwertung der Laborlandschaft und eine Bereicherung der Lehre, an der alle Fakultäten mitwirken können.
Am 22.03.2017 entstand ein Bienen-Areal in der Streuobstwiese am Gewächshaus; zeitgleich zogen zwei Bienenvölker in Einraumbeuten ein. Im ersten Jahr betreute der Imker Marco Janßen aus Bedburg-Hau die Völker und brachte dem Team die Grundlagen des Imkerns bei. Seit 2018 versorgen Gärtnermeister Franz-Josef Kuhnigk und sein Team die Bienen. Geplant sind zwei Wirtschaftsvölker sowie ein Schaukasten mit einem kleinen Volk für die Öffentlichkeitsarbeit.
Die Hochschule ist Mitglied im Imkerverein Kleve-Kellen, der Informationsveranstaltungen rund um Bienen, Imkerei und Honig anbietet. Möchtest du dein eigenes Umfeld bienenfreundlicher gestalten? Wir helfen dir gerne weiter.
Biodiversität ist die Alternative zur Monokultur – Artenvielfalt statt Massenproduktion. Ob Kakao, Kaffee, Kulturbanane, Wildbanane, Zuckerrohr oder Baobab (Affenbrotbaum): Das hochmoderne tropische Gewächshaus beherbergt auf kleinem Raum eine Vielzahl von Exoten und ist ein einzigartiges Lehr- und Lernmedium. Nutzpflanzen der gemäßigten Breiten, Tropen und Subtropen bieten einen direkten Zugang zu den Lehrinhalten der verschiedenen Studiengänge der Fakultät Life Sciences.
Unsere Strategie gegen Schädlinge und Krankheiten ist der integrierte Pflanzenschutz – mit Kulturhygiene, Sortenwahl, optimalen Kulturbedingungen, Nützlingen und sanften Jauchen. In den Schaugärten bauen wir heimische Gewächse nach ökologischen Grundsätzen an: Gemüse, Obst, Getreide, Feldfrüchte, Kräuter und Zwischenfrüchte, dazu Blumen und spezielle Bienenweiden – und wir beschäftigen uns mit der Imkerei.
So kannst du besprochene Pflanzen direkt sehen und anfassen, Schädlinge und Krankheiten begutachten und in Projekten den Umgang mit Pflanzen und das Versuchswesen erlernen. Die räumliche Nähe von Hörsälen und Gewächshaus macht es leicht, dein eigenes Projekt auch mal in der Vorlesungspause zu betreuen.
Jahresthemen vergangener Jahre
- 2019 – Hochbeete und Urban Gardening
- 2018 – Walnuss
- 2017 – Hopfen
- 2016 – Erdbeere
- 2015 – Kürbis
- 2014 – Kartoffel
- 2013 – Tomate