Kinder stehen um einen Tisch in einer Kita und beobachten eine Spielsituation

Wirtschaft trifft Pädagogik – gemeinsam Zukunft gestalten!

Studierende verbinden betriebswirtschaftliches Wissen mit pädagogischer Kompetenz und unterstützen die Schülerfirma „Red Dot Art“ bei ihrer Weiterentwicklung.


Wie lassen sich wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich vermitteln und unternehmerisches Denken bereits im Schulalltag fördern? Mit dieser Frage beschäftigt sich das interdisziplinäre Kooperationsprojekt „Wirtschaft trifft Pädagogik“, das im Wintersemester 2026/2027 unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Schorn an der Hochschule Rhein-Waal gestartet ist. Gemeinsam mit der Schülerfirma „Red Dot Art“ der Liebfrauenschule in Emmerich unter Leitung von Sandra Limberg arbeiten Studierende der Studiengänge International Business and Management, B.A. und Kindheitspädagogik, B.A. daran, wirtschaftliches Wissen und pädagogische Ansätze praxisnah miteinander zu verbinden.

Nach dem Projektauftakt am Dienstag, 6. Oktober 2026 am Campus Kleve der Hochschule Rhein-Waal folgte am Freitag, 9. Oktober 2026 das erste gemeinsame Treffen an der Liebfrauenschule in Emmerich. Dort lernten die Studierenden die Schülerinnen und Schüler sowie die Arbeit der Schülerfirma direkt vor Ort kennen. Sie erhielten Einblicke in die bestehenden Abläufe und tauschten sich mit den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern über deren Arbeit aus. Begrüßt wurde die Hochschuldelegation zugleich von Schulleiterin Judith Flegel.

Zwei Fachrichtungen, ein gemeinsames Ziel

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Frage, wie die Schülerfirma bei ihrer Weiterentwicklung unterstützt werden kann. Die Studierenden übernehmen dabei die Rolle externer Beraterinnen und Berater. Sie bringen ihre jeweiligen fachlichen Perspektiven ein, betrachten betriebswirtschaftliche Abläufe und entwickeln gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Ideen für die weitere Arbeit.

Die Studierenden des Studiengangs International Business and Management, B.A. bringen insbesondere Kenntnisse in den Bereichen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Produktentwicklung und betriebswirtschaftliche Auswertungen ein. Dazu gehört beispielsweise, Einnahmen und Ausgaben zu betrachten, Vermarktungsideen zu entwickeln oder Verkaufsaktionen zu planen.

Die Studierenden der Kindheitspädagogik, B.A. ergänzen diese Arbeit durch ihre pädagogische Perspektive. Sie unterstützen dabei, wirtschaftliche Inhalte altersgerecht zu vermitteln, Lernprozesse zu begleiten und Teamarbeit, Kreativität sowie die Beteiligung der Kinder zu fördern. „Das Projekt bietet die Chance, wirtschaftliche Fragestellungen mit pädagogischen Perspektiven zu verbinden und Studieninhalte in einem konkreten Praxisfeld anzuwenden. Gleichzeitig können die Studierenden erfahren, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Lösungsansätze eröffnet“, sagt Prof. Dr. Philipp Schorn, Projektleiter seitens Hochschule Rhein-Waal.

Unternehmerisches Denken praktisch erleben

Für die Schülerinnen und Schüler wird Wirtschaft durch die Arbeit in der eigenen Schülerfirma unmittelbar erfahrbar. Sie setzen sich mit Fragen auseinander, die auch Unternehmen beschäftigen: Welche Produkte oder Ideen möchten wir anbieten? Wie erreichen wir unsere Zielgruppe? Welche Einnahmen und Ausgaben entstehen? Und wie können wir unsere Arbeit noch besser organisieren?

„Die Zusammenarbeit eröffnet unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Schülerfirma aus neuen Perspektiven zu betrachten und wirtschaftliche Zusammenhänge ganz praktisch kennenzulernen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Studierenden neue Ideen zu entwickeln und die Arbeit von "Red Dot Art" weiter voranzubringen“, sagt Sandra Limberg, Projektleiterin seitens der Liebfrauenschule und Leiterin der Schülerfirma.

Ein Gewinn für beide Seiten

Auch für die Studierenden bietet das Projekt vielfältige Lernmöglichkeiten. Sie übertragen Inhalte aus ihrem Studium in einen realen Anwendungskontext, sammeln Erfahrungen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und entwickeln ihre Beratungs-, Kommunikations- und Projektkompetenzen weiter. Zugleich lernen sie, wirtschaftliche Inhalte so aufzubereiten, dass sie für Kinder verständlich und praktisch erfahrbar werden.

Der erste Besuch an der Liebfrauenschule bereitete den Studierenden und den Schülerinnen und Schülern sichtlich Freude und legte eine positive Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. In den kommenden Monaten sollen die bestehenden Aktivitäten der Schülerfirma analysiert und gemeinsam Ideen für Produkte, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit weiterentwickelt werden. Auch die Planung und Organisation von Verkaufsaktionen wird Teil der Zusammenarbeit sein. Ziel ist es, „Red Dot Art“ in ihrer Entwicklung zu unterstützen und die Sichtbarkeit der Schülerfirma zu stärken.

Das Projekt „Wirtschaft trifft Pädagogik“ zeigt, wie interdisziplinäre Lehre und regionale Kooperation zusammenwirken können: Studierende wenden ihr Wissen in der Praxis an, während Schülerinnen und Schüler wirtschaftliche Zusammenhänge entdecken und eigene Ideen weiterentwickeln. So entsteht ein gemeinsamer Lernraum, von dem Hochschule und Schule gleichermaßen profitieren.

Autor*in
Dorrit Klapdor