Was gemeinsame Visionen, starke Netzwerke und engagierte Förderer bewirken können, zeigte das „President’s Dinner“ am Meyerhof Kleve.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen hatte die Unterstützerinnen und Unterstützer der zweiten Stiftungsprofessur der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) eingeladen, um ihnen zu danken und auf die Entstehung der Professur zurückzublicken. Diese hat Prof. Dr. Natalie Laibach als Professorin für ‚Nachhaltige Landnutzungssysteme‘ an die Hochschule geführt, um hier zu wichtigen Zukunftsthemen unserer Zeit zu forschen.
Zu nasse Sommer, zu trockene Sommer. Extreme Wetterlagen nehmen stetig zu und der Klimawandel zeigt seine Folgen besonders in Regionen mit starker landwirtschaftlicher Prägung, wie dem Niederrhein. Was passiert, wenn der Boden für heimische Pflanzen in Zukunft zu trocken wird und aktuelle Strategien nicht mehr funktionieren? Hier muss Forschung ansetzen und das tut sie an der HSRW dank der Stiftungsprofessur ‚Nachhaltige Landnutzungssysteme‘, die seit zwei Jahren von Prof. Dr. Natalie Laibach bekleidet wird.
„Möglich war dies nur, weil viele Menschen an einem Strang gezogen haben“, erinnert sich Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der HSRW. „Die Förderersuche hat viele miteinander verbunden. Ohne dieses Team gäbe es die Professur heute nicht“. Besonders dankte er Willi Röth von der Sparkasse Rhein-Maas, Ministerin Silke Gorißen, damals im Amt der Landrätin des Kreises Kleve, sowie Hans-Josef Kuypers, dem damaligen Kreiswirtschaftsförderer und Mitglied des Fördervereins Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e. V.
Robert Beinio, Vorsitzender des Fördervereins Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V., betonte das besondere Engagement der Förderer und Mitwirkenden: „Der Niederrhein hat starke Akteure. Für uns als Förderverein sind sie wichtige Partner, weil sie den Mehrwert von Bildung erkennen und fördern wollen“. Außerdem bedankte er sich bei der aktuellen Geschäftsführerin des Fördervereins, Frau Brigitte Jansen, für die engagierte Begleitung und Umsetzung. 750.000 Euro und damit drei Viertel der benötigten einen Millionen Euro haben die Förderer gestiftet, um die Professur zu ermöglichen. Damit wird die Professur für fünf Jahre finanziert, bevor sie in den Haushalt der Hochschule übergeht.
Auch Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, unterstrich die Aktualität des Themenfelds. Bereits zu ihrer Zeit als Landrätin habe sie mit Locker-Grütjen über eine Professur zu Landwirtschaft und Nachhaltigkeit gesprochen. „Nachhaltige Landnutzung ist noch wichtiger geworden, als wir damals gedacht haben“, erklärte Gorißen. Wetterextreme stellten landwirtschaftliche Betriebe zunehmend vor die Aufgabe, ihre Produktion anzupassen und Ernten langfristig zu sichern.
Prof. Dr. Natalie Laibach forscht zu nachhaltigen Agrarsystemen und neuen Wegen, die Landwirtschaft klimaresilient zu gestalten. Sie ist unter anderem an den HSRW-Projekten TransRegINT und TRANSPLANT beteiligt und arbeitet mit regionalen sowie überregionalen Partnern zusammen. Ein Forschungsschwerpunkt ist Körneramaranth, ein trockenheitsresistentes Pseudogetreide, das als Lebensmittel und als Rohstoff für die chemische Industrie genutzt werden kann. Neben der Forschung sei auch die Lehre entscheidend, betonte Laibach: „Wir müssen diese Themen strukturell verankern und Menschen ausbilden, die sie in der Praxis umsetzen können.“ Auch internationale Kooperationen, wie mit Stipendiat*innen der Alexander-von-Humboldt Stiftung bringt Laibach voran. Die Themen von Laibach sind zukunftsweisend und wissenschaftlich relevanter denn je.
Zum Abschluss appellierte Ministerin Gorißen, Ernährungssicherung vor dem Hintergrund des Klimawandels zu denken: „Wir müssen die Ernährung sichern und zugleich klimaangepasst arbeiten – mit Ernten von regionalen Feldern. Das heißt: Felder, Wasser und Klima schonen.“ Einen Beitrag dazu leistet Laibach und die Mitarbeitenden der HSRW. Damit wir in Zukunft das ernten können, was andere vor uns gesät haben, wie Christoph Gerwers, Landrat des Kreises Kleve, in seinem Grußwort treffend sagte.
Stifter*innen in alphabetischer Reihenfolge
Architekt Wilmsen
Förderverein der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V.
Karl-und-Maria-Kisters-Stiftung
Katjes Fassin GmbH + Co. KG
Landgard Stiftung
MERA Tiernahrung GmbH
PROBAT-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH
Sparkasse Rhein-Maas
Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH mit Sparkassen und Volksbanken
ZEVENS-Stiftung
v.l.n.r.: Jochen Koenen (ZEVENS-Stiftung) ,Christoph Gerwers (Landrat des Kreises Kleve), Brigitte Jansen (Förderverein der Hochschule Rhein-Waal - Campus Cleve e.V.), Judith Munzert (ZEVENS-Stiftung), Bastian Fassin und Julia Fassin (Katjes Fassin GmbH + Co. KG), Willi Röth (Sparkasse Rhein-Maas), Nicole Braun-Beinio und Robert Beinio (Förderverein der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V.), Silke Gorißen (Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalens), Hochschulpräsident Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen (HSRW), Prof. Dr. Natalie Laibach (HSRW), Peter Wack (Ehemalig Förderverein der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V.), Hans-Josef Kuypers (ehemals Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve), Michael Wilmsen (Architekt Wilmsen), Bernd Vos (MERA Tiernahrung GmbH)