KI zur Einordnung politischer Informationen
Digitale Informationen werden häufig ohne Quellenangaben oder einen einordnenden Kontext verbreitet. Dadurch kann es für Nutzende schwierig sein, die Herkunft, Glaubwürdigkeit und Bedeutung von Inhalten einzuschätzen. Gleichzeitig erleichtert die digitale Informationslandschaft die Verbreitung von Falschdarstellungen, manipulierten oder verzerrten Informationen sowie künstlich erzeugten Inhalten. Dies kann politische Meinungsbildungsprozesse beeinflussen und konstruktive gesellschaftliche Diskurse erschweren.
Hier setzt das Forschungsprojekt KonCheck an. Im Rahmen des Projekts wird ein innovatives Software-Werkzeug entwickelt und erprobt, das politisch relevante Informationen mithilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz kontextualisieren und hinsichtlich ihrer Echtheit und Vertrauenswürdigkeit überprüfen soll.
Als nutzungsfreundliche Anwendung soll KonCheck verschiedene Möglichkeiten bieten, Informationen besser einzuordnen. Nutzende können beispielsweise Fragen zu bestimmten Texten stellen, zugehörige Quellen anzeigen lassen, Artikel in einfacher Sprache abrufen oder zusätzliche Informationen zum jeweiligen Kontext erhalten. Dabei kommen unter anderem KI-basierte Sprachmodelle zum Einsatz.
KonCheck soll dadurch nicht nur die Auseinandersetzung mit politischen Informationen erleichtern, sondern auch politische Partizipation fördern und Menschen dabei unterstützen, informierte Entscheidungen zu treffen. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Resilienz gegenüber Manipulation zu stärken.
Fokus auf vulnerable Nutzendengruppen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einem intuitiven und leicht verständlichen Design. Die Anwendung richtet sich insbesondere an vulnerable Gruppen wie Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Senior*innen und junge Erstwählende.
Gerade für diese Gruppen können unterschiedliche Herausforderungen im Umgang mit digitalen Informationen bestehen. Ältere Menschen sind teilweise weniger mit digitalen Medien und ihren Mechanismen vertraut, während junge Menschen häufig bereits früh mit sozialen Medien und algorithmisch geprägten Informationsumgebungen in Kontakt kommen. KonCheck soll deshalb einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zur Überprüfung und Einordnung politisch relevanter Informationen ermöglichen.
Interdisziplinärer Forschungsverbund
KonCheck wird in einem interdisziplinären Forschungsverbund unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Gerken von der Technischen Universität Dortmund durchgeführt. Das Konsortium verbindet Expertise aus Mensch Computer Interaktion, Sozialforschung, Kommunikationswissenschaft, Internetsicherheit und KI Forschung.
Beteiligt sind die Technische Universität Dortmund, das CISPA Helmholtz Zentrum für Informationssicherheit, die Westfälische Hochschule sowie die Hochschule Rhein-Waal. An der Hochschule Rhein-Waal ist Prof. Dr. Matteo Große-Kampmann aus dem Bereich Verteilte Systeme bzw. dem Cloud Resilience Lab am Projekt beteiligt.
Projektvolumen
Gesamt: 1,5 Mio. Euro
Laufzeit
bis 02/2028
Projektkonsortium
Inklusive Mensch-Roboter-Interaktion (TU Dortmund)
Sozialforschungsstelle (TU Dortmund)
Institut für Internetsicherheit (Westfälische Hochschule)
Verteilte Systeme (Hochschule Rhein-Waal)
CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit
Förderer
Daimler und Benz Stiftung