20.02.2015

„Rhine-Waal Soil and Plant Ecology Seminar“

Erneut erfolgreiches boden- und pflanzenökologisches Seminar im Klimahaus der Hochschule Rhein-Waal

Am 5. und 6. Februar 2015 fand an der Hochschule Rhein-Waal das dritte „Rhine-Waal Soil and Plant Ecology Seminar“ statt. Der Einladung der Fakultät Life Sciences folgten Boden- und Pflanzenökologen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz.

Kleve/Kamp-Lintfort, 20. Februar 2015: Was als internes Doktorandentreffen begann, hat sich zu einer festen Institution in der Fakultät Life Sciences entwickelt. Auch in diesem Jahr folgten der Einladung des Bodenkundlers Prof. Florian Wichern von der Hochschule Rhein-Waal zahlreiche Experten der Boden- und Pflanzenökologie. Aus Deutschland kamen Vertreter der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Kassel, der Georg-August-Universität Göttingen und der Universität Rostock und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nach Kleve. Aus den Niederlanden wirkten Forscher der Radboud Universität in Nimwegen und aus der Schweiz vom staatlichen Forschungsinstitut agroscope mit.

In einem kleinen Kreis von etwa 30 Teilnehmern, wurden die teils noch unveröffentlichten Ergebnisse boden- und pflanzenökologischer Forschung in zahlreichen Vorträgen präsentiert und diskutiert. Im Kontext des Klimawandels wurde beispielsweise dargestellt, dass der Unterboden für die Speicherung von Kohlenstoff eine vermeintlich große Rolle spielt und die ökologischen Prozesse besser verstanden werden müssen. Um der Atmosphäre vermehrt CO2 zu entziehen, bietet sich zudem eine veränderte Bewirtschaftung von organischen Böden, wie zum Beispiel Mooren an, wie Dr. Christian Fritz, Professorenvertreter für Agrarwissenschaften an der Hochschule Rhein-Waal und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Radboud Universität anhand eines neuen EU-Projekt zur Paludikultur darstellte. Allerdings werden bei der Speicherung von Kohlenstoff auch wichtige Pflanzennährstoffe festgelegt. Ein besseres Verständnis, wie die Bodenmikroorganismen zu dieser Nährstofffestlegung beitragen, scheint dringend erforderlich, so Prof. Rainer Georg Jörgensen, Leiter des Fachgebiets Bodenbiologie und Pflanzenernährung von der Universität Kassel.

Weitere Vorträge behandelten den Einfluss veränderter klimatischer Bedingungen auf Bodenmikroorganismen und die Effekte auf Pflanzen, beispielsweise durch Zunahme von Schaderregern, um den Einfluss von landwirtschaftlichen Maßnahmen, wie Düngung auf die Freisetzung von klimarelevanten Gasen oder die Durchwurzelung des Bodens. Zudem wurden methodische Schwierigkeiten bei der Quantifizierung der Kohlenstoff- und Stickstoffeinträge durch Pflanzen in den Boden thematisiert. Abgerundet wurde das Seminar mit einer Exkursion in das Welt-Bodenmuseum in Wageningen, Niederlande.

Im nächsten Jahr  wird es eine Fortsetzung des Seminars geben. „Die Teilnehmer, ob etablierte Forscher, Praktiker oder interessierte Studierende, waren so begeistert von dieser Möglichkeit des fachlichen Austauschs, dass wir dieses Forum auch im nächsten Jahr anbieten werden“, sagt Prof. Florian Wichern.

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