Netzwerkbildung und Qualifizierungsmaßnahmen zum Modell der deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) in Kenia

Seit Jahren steigt auf dem kenianischen Arbeitsmarkt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit praxisorientiertem Hochschulabschluss. Die stark theoretisch ausgerichtete kenianische Hochschulausbildung kann diesen Bedarf nicht ausreichend decken. Der Ausbau des kenianischen Hochschulsystems durch Elemente der praxisnahen Hochschulausbildung, die unter Einbindung von Industrie und Wirtschaft gestaltet wird, kann dem entgegenwirken. Die Charakteristika der deutschen Hochschulen für angewandte Wissenschaften entsprechen diesem Bedarf, sind aber bislang im kenianischen Hochschulsystem nicht etabliert.

Das Projektvorhaben zielt deswegen mit Hilfe von elf aufeinander abgestimmten Maßnahmenpaketen darauf ab, interessierte kenianische HochschullehrerInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen über die Lehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) zu informieren und entsprechend zu schulen. Dazu sollen die Bedarfe der relevanten kenianischen Stakeholder im Hochschulwesen identifiziert, persönliche und institutionelle Kontakte zwischen Deutschland und Kenia aufgebaut und bestehende Kontakte intensiviert, sowie kenianische HochschullehrerInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen mit dem deutschen Modell der HAW und der angewandten Lehre an HAWs vertraut gemacht werden. Als Querschnittsziel soll das interkulturelle (Lehr- und Lern-) Verständnis auf beiden Seiten gestärkt werden. Das übergeordnete Ziel ist die Schaffung einer Grundlage zur Bildung nachhaltiger Netzwerke und Hochschulkooperationen, auf die in einem nächsten Schritt der Aufbau einer “Eastern African-German University of Applied Sciences“ folgen soll.

Das von der Hochschule Rhein-Waal angeführte Konsortium aus fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaften aus dem gesamten Bundesgebiet (Flensburg, Reutlingen, Mainz, Furtwangen) zeichnet sich durch einen sehr hohen Grad an Internationalität, einen starken Regionalfokus auf Afrika und eine bereits jetzt bestehende Vielfalt an akademischen und Praxiskontakten nach Kenia und in die Region Ostafrika aus. In einer initialen Kick-Off Reise des Konsortiums nach Kenia, sollen diese Kontakte revitalisiert und ausgebaut werden. Drei weitere Follow-Up-Reisen bieten weiterhin Raum für den Ausbau von Netzwerken in bestimmten Disziplinen und dienen außerdem der Knüpfung von Industriekontakten. In einem Stakeholdermapping, einer Bedarfsanalyse sowie einer SWOT-Analyse zu den kenianischen Partnerinstitutionen sollen zentrale Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass anschließend in einer thematisch eng aufeinander abgestimmten Serie von Workshops und Sommerschulen in Kenia und Deutschland sowohl die rechtlichen und organisatorischen Aspekte des HAW-Modells als auch die fachübergeordneten und fachspezifischen Aspekte des Lehrens an HAWs passgenau an kenianische Akteure vermittelt werden können. Flankiert werden soll dieses Weiterbildungsprogramm durch Gastaufenthalte kenianischer Promovenden an den deutschen Partnerhochschulen sowie durch zwei Veranstaltungen in Kenia und Deutschland zum Auf- und Ausbau von Forschungsnetzwerken und zur International Association of Business Engineering Professionals. Der fachliche Fokus liegt dabei auf den Ingenieurswissenschaften, der Informatik, den Wirtschaftswissenschaften und den Life Sciences.

Projektleitung

Prof. Dr. Oliver Serfling
Professor für Wirtschaftspolitik und Entwicklungsökonomik
 

 

Projektmitglieder

Lena Gutheil, M.Sc. (Koordination)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Sustainable Development Management, M.A.

Prof. Dr. Gregor van der Beek
Professor für Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaften

Prof. Dr. Jakob Lempp
Professor für Politologie mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen

Prof. Dr. Dagmar Mithöfer
Professorin für Agribusiness

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Brandt
Professor für Mechatronik und Systemdynamik

Prof. Dr. Andy Stamm
Professor für Elektronik und Embedded Systems

Prof. Dr.-Ing Stefanie Dederichs, MBA
Professorin für Messtechnik und Signalverarbeitung

Prof. Dr.-Ing. Henning Schütte
Professor für Strukturmechanik
 

Konsortialpartner

Hochschule Flensburg

Hochschule Reutlingen

Hochschule Mainz

Hochschule Furtwangen

Hochschule Rhein-Waal

 

Laufzeit

2017 - 2019

 

Beauftragt durch

Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)