Berufsalltag für Studierende

ENNI und die Hochschule Rhein-Waal kooperieren

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Es sind die Themen, die die Zukunft prägen werden: Ressourcenschonung, nachhaltiges Handeln, Stromgewinnung aus regenerativen Energien, Umweltschutz – für die Studierenden des Studiengangs „Umwelt und Energie“ der Fakultät Kommunikation und Umwelt an der Hochschule Rhein-Waal sind sie schon heute fester Bestandteil ihres Lehrplans. Auch bei der ENNI Energie & Umwelt (ENNI) rücken diese Themen auch vor dem Hintergrund der Energiewende immer stärker in den Fokus. Ihre zunächst unterschiedlichen theoretischen und praktischen Ansätze wollen die neuen Partner nun nutzen, um Kräfte zu bündeln und wechselseitig vom jeweiligen Know-how zu profitieren. Dazu haben Professor Dr. Marie-Louise Klotz als Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal und ENNI-Geschäftsführer Stefan Krämer gestern in Kamp-Lintfort eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. „Die ist die Basis, um uns in den nächsten Jahren rege auszutauschen und gemeinsame Projekte zu realisieren“, zeigte sich Klotz erfreut, hiermit die intensive Zusammenarbeit mit einem heimischen Wirtschaftsunternehmen besiegelt zu haben. Und auch ein erstes konkretes Projekt konnte Klotz schon vermelden: „Unsere Studenten werden eine sogenannte Öko-Tour entwickeln.“ Stefan Krämer sieht in der Kooperation einen weiteren Ansatz, das regionale Engagement der ENNI zu schärfen und sein Unternehmen für Nachwuchskräfte weiter interessant zu halten: „Wir wollen der Jugend ermöglichen, ihre wirtschaftliche und berufliche Kompetenz schon vor Eintritt in die Arbeitswelt zu stärken. Zudem sind die Hochschüler die Fachkräfte von morgen, die auch wir dringend brauchen, um als mittelständiges Unternehmen weiter wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Krämer.

Neben gemeinsamen Projekten soll die Kooperation auch Praktika und Betriebserkundungen beinhalten. „Das hilft unseren Studierenden schon in diesem frühen Ausbildungsstadium Erfahrungen in der Energiewirtschaft zu sammeln“, freut sich  der zuständige Professor Dr. Kai Jörg Tiedemann über die zukünftige Praxisnähe. Angedacht sind auch,  eine gemeinsame Durchführung und Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten, Berufsvorbereitungsprojekte oder gemeinsame Informationsveranstaltungen. Auch die ENNI profitiert von der Zusammenarbeit: Sie bekommt  einen Einblick in die Arbeit der Hochschule Rhein-Waal und direkten Kontakt zu den Studierenden. „Die Hochschule ist ein Jungbrunnen, auch für die niederrheinische Wirtschaft. Die Kooperation ist somit ein Zukunftsprojekt, mit dem wir den jungen Menschen zeigen, welch attraktive berufliche Perspektiven mittelständige Unternehmen bieten“, ist Krämer sicher.

Wie spannend das erste gemeinsame Projekt sein wird, haben Professor Dr. Kai Jörg Tiedemann und seine Studierenden gestern bereits angedeutet. Sie führten mit Versuchen vor, wie effizient erneuerbare Energien sind, und wie leicht sich aus nur ein paar Sonnenstrahlen Strom produzieren lässt. Die sieben Viertsemestler haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit Nachhaltigkeitsstrategien verschiedener Unternehmen beschäftigt. „Die ENNI ist mit ihren zahlreichen regenerativen Projekten auf diesem Gebiet bereits weit“, stellten Florian Cornelius, der Sprecher der Arbeitsgruppe Ökotour und seine Kommilitonen dabei fest. Was laut Cornelius fehlt, ist hierüber verstärkt zu kommunizieren: „Nachhaltigkeit und Energiepolitik interessiert eine breite Masse. Oftmals fehlt aber das Wissen um Ansprechpartner, vor allem Experten, die über Effizienz und Wirkungsgrad der erneuerbaren Energien aufklären.“ So war ENNI von dem Vorschlag der Studierenden spontan begeistert, die eigenen regenerativen Projekte für die Niederrheiner zu öffnen. Mögliche Inhalte einer Ökotour stellten die jungen Leute sogleich vor. Plan: Sie wollen Bürger einladen, die regenerativen Anlagen der ENNI, wie das Biomasse-Heizkraftwerk im Technologiepark Eurotec, das Blockheizkraftwerk in der Repelener Stormstraße und Photovoltaikanlagen, zu erkunden. „Wir werden die Türen unserer Kraftwerke für interessierte Menschen dabei öffnen“, verspricht der zuständige ENNI-Bereichsleiter Dr. Kai-Gerhard Steinbrich. „Auch derzeit bereits diskutierte Zukunftsprojekte der ENNI, allen voran der für 2013 geplante Windpark Kohlenhuck, wollen wir in das Blickfeld der Tour rücken. Hier wollen wir das Gebiet schon im Vorfeld erkunden“, sagt Steinbrich. Mit der Ökotour wollen die Studierenden, Niederrheinern den Blick hinter die Kulissen moderner Erzeugungsanlagen somit ermöglichen. Der Plan: Experten stellen ihre Stationen vor und stehen Rede und Antwort. Läuft alles nach Plan wollen Cornelius und seine Mitstreiter schon im Herbst den Startschuss für die Ökotour geben.

Bereits seit der Gründung der Hochschule Rhein-Waal im Jahr 2009 ist die ENNI ein Partner. Aus dem anfänglichen Mitglied im Förderverein wird nun ein starker Kooperationspartner. Dabei ist auch eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Innovation (zdi) Kamp-Lintfort der Hochschule Rhein-Waal möglich. „Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel ist es wichtig, dass wir junge Leute in unserer Region praxisorientiert und modern ausbilden“, sind sich Klotz und Krämer einig. Beide Partner gehen davon aus, dass eine bessere Kenntnis über die gegenseitigen Erwartungen und Anforderungen den Studierenden bei der Vorbereitung auf ihre persönliche und berufliche Zukunft sowie ihrer Ausbildungsreife zu Gute kommt. „Die Studierenden lernen durch diese Kooperation frühzeitig ein Unternehmen kennen und können ihren Stärken und Vorlieben danach besser einschätzen“, sagt Pro-fessor Dr. Marie-Louise Klotz mit Blick nach vorne. Auch Ste-fan Krämer ist von dem gemeinsamen Weg überzeugt: „Wer weiß? Vielleicht lerne ich hier gerade meine Kollegen von morgen kennen.“