Ethik – Verfall und Renaissance
„Ethik – Verfall und Renaissance: Ist der Rahmen für Ethik und Moral brüchig?“ – so heißt der nächste Vortrag im Studium Generale, der am Donnerstag, 19. Januar 2012 um 18:00 Uhr, in der Hochschule Rhein-Waal an der Landwehr 4 in Kleve stattfindet. Referent ist Herr Dr. Joachim F. Reuter von einer Managementberatung für innovative Produkte in Moers.
Kleve/Emmerich/Kamp-Lintfort, 12. Januar 2012: Der Vortrag spannt einen weiten Bogen zwischen dem Werteverfall mit seinen Ursachen und seinem weltweiten Schadenspotenzial und den Möglichkeiten einer Renaissance von Ethik und Moral. An Beispielen wird gezeigt, dass der Verfall nahezu in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen stattfindet und die Verursacher auch unter den Mächtigen der Gesellschaft oft kein Unrechtsbewusstsein zeigen. Als Ursache erkennt man in Deutschland auch die Brüchigkeit des demokratischen Rahmens der Gewaltenteilung, also des Ordnungsrahmens der Marktwirtschaft; dies wird erläutert an Beispielen, die in jüngerer Vergangenheit Aufsehen erregt haben. Mit der Forderung nach Abschaffung der Weisungsgebundenheit von Staatsanwälten und der Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption setzen hier die Vorschläge für die Überwindung des Verfalls an.
Immer neue, umfassendere Kontrollinstrumentarien auf immer höherer Ebene werden auch in Zukunft kaum die nötige Wirkung entfalten können. Eine Renaissance erfordert stattdessen Kontrollinstanzen auf der Ebene der Handelnden und der Fachleute, wo die Kontrolleffizienz auch Wettbewerbskriterium werden kann. Vor allem aber der individuellen Ethik und dem Moralbewusstsein des Einzelnen wird in Zukunft eine entscheidende Bedeutung beigemessen. Im Vortrag wird ausführlich über Ansätze der Corporate Responsibility diskutiert, den Deutschen Corporate Governance Kodex und die hippokratische Eide für mächtige Funktionsträger. Ein wichtiges Potenzial wird, anders als der Zeitgeist erscheint, auch in der Besinnung auf ethische Prinzipien des Glaubens gesehen. Dies vor allem könnte eine Abkehr von der Beliebigkeit der Werte bewirken. Dass es Chancen für eine Versöhnung zwischen Vernunft und Glaube gibt, wird im Vortrag anhand der Erkenntnisse der Physik seit Max Planck und Werner Heisenberg demonstriert.
Das Programm richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, ebenso an die Studierenden und Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Waal. „Wir laden alle ein, egal welchen Alters, an diesen herausragenden Vorträgen teilzunehmen“, sagt Präsidentin Professor Dr. Marie-Louise Klotz. Gleichzeitig sieht sie das Programm auch als Angebot, um die Hochschule für die Bürgerinnen und Bürger der beiden Hochschul-Standorte zu öffnen.
Interessiert? Dann melden Sie sich bei Frau Olga Glibins unter 02821/806 73 - 147 an. Eine Karte für den Besuch des Vortrages, kann für acht Euro an der Abendkasse erworben werden.
Weitere Informationen zum Studium Generale sind hier erhältlich.
